Nicaragua:
San Juan del Sur
Gemeinsam
mit Tobi, Rene und einer kanadischen Crew reisen wir am Morgen gemeinsam zur
Grenze Costa Ricas mit seinem nördlichen Nachbarn. Nicaragua gilt als das
ärmste Land Zentralamerikas und einen Eindruck davon bekommen wir an der
Grenze: die Preise fallen drastisch und da es bereits dämmert nutzen wir die
Gelegenheit im Duty Free Shop den vielgelobten Rum Flor de Caña günstig zu erstehen. Er kommt in verschiedenen
Jahrgängen von 4 bis 18 Jahren Lagerung. Wir entscheiden uns für die 5 Jahre
Variante und einer Literflasche zu 8$, Kanada schlägt bei 7 Jahren zu $10 zu.
Die Flasche 18 Jahre gereifter Rum wäre hier für $30 zu haben. Dafür legt man in Deutschland
100€ und mehr auf den Tisch.
Anschließend
kaufen wir noch schnell Limetten und setzen uns in den Chicken Bus, in die
nächste größere Stadt. Chicken Busse sind ausrangierte US-amerikanische
Schulbusse, die hier in neuer Farbgebung (z.B. Graffitis oder sonstige bunte
Neugestaltung, aber gerne auch religiöse Botschaften à la „Jesus ist meine Festung“) bis zum Vollversagen ihren Dienst
verrichten. Sie sind wesentlich erschwinglicher als die ebenfalls eingesetzten
First Class Busse, welche die großen Städte zwischen Panama und Mexiko
verbinden. Als Transportmittel der Wahl für die Bevölkerung des Landes sieht
man hier allerlei interessante Fahrgäste, u.a. auch gackernde Hühner auf dem
Schoß ihrer Besitzer – daher die Namensgebung. Oder man sieht eben als
Nicaraguer einen Haufen bleichnasiger Gringos, die zwei Flaschen Rum auf der einstündigen Fahrt (Fahrpreis etwa
$0,25) in sich hineinschütten. So oder so ein interessantes kulturelles Erlebnis für
beide Seiten.
In
San Juan del Sur finden wir ein schönes Hostel mit Pool und frischen Früchten
zum Frühstück (Übernachtung zu $6). Nun ist der Plan am Folgetag Surfen zu
gehen, aber wie wir feststellen dauert der Transfer zum nächsten Strand mit guten Wellen 30-45 Minuten und der ganze Spaß kostet $20
inkl. Board – irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt. So gehen wir
eben Joggen, trainieren direkt am Ozean Steinweitwurf mit 25kg Brocken zur
Belustigung der sich sonnenden nicaraguanischen Familie nebenan und schauen uns
Bayerns 3:1 Demontage der Mannen aus London in einer Strandbar an. Ich freue
mich über das Essen, das zunehmend mexikanischer wird und im Gegensatz zum öden
Reis, Reis, Reis könnte ich mich wochenlang von Tacos, Burritos, Tortas etc. pp
ernähren. Muss ich ja die kommenden Wochen auch – juchhe!
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| Palm tree shadow |
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| Main plaza. San Juan del Sur |
Isla Ometepe
Das
Erscheinungsbild der Insel Ometepe wird optisch durch die zwei Vulkane
Concepción und Maderas dominiert. Der Grund meines Besuches hier ist die
Besteigung eines dieser beiden Vulkane und so buche ich über mein Hostel
(Little Morgan’s – die Dorms sind lässig im Baumhaus untergebracht) einen Guide
für ein paar Dollar. Früh am nächsten Morgen um 5 Uhr machen Tobi, Rene (die
zwischenzeitlich auch hierher gefunden haben) und ich uns auf den Weg.
Der Aufstieg ist beschwerlich und auf der Vulkanspitze thront ein weißer
Wolkenring, wie nach Aussage der Insulaner sehr häufig dort zu sehen ist. Der Hike führt uns von 200m
ü.NN. auf 1650m, oben ist es bewölkt, extrem windig und feucht. Wir schießen
ein miserables Gruppenfoto am Krater und steigen wieder herunter, wo wir beim
Durchbrechen der Wolkenschicht eine wunderbare Aussicht auf die Insel und den
Schwestervulkan haben. Nach knapp 9 Stunden kommen wir wieder am Ausgangspunkt
unserer Tour an. Erschöpft aber zufrieden.
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| Gipfelstürmer |
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| The four musketeers |
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| Volcán Concepción |
León
Honduras:
San Pedro Sula
Mit
dem Ticabus (Panama bis Mexiko) fahre ich am frühen Morgen nach Tegucigalpa,
der Hauptstadt Honduras. Mein ursprünglicher Plan an dieser Stelle ist zu couchsurfen, ich habe auch bereits meinen Kurzaufenthalt in einem kleinen
verschlafenen Nest ein Stunde nördlich von Tegus vor meiner Ankunft
organisiert. Als mich der Local-Bus hier absetzt ist es etwa 14 Uhr. Das Nest
ist so verschlafen, das ich zunächst relativ oreintierungslos die nächste
Tankstelle ansteuere und dort bietet sich mir folgender Anblick: drei junge,
blonde (offensichtlich nicht honduranische) Mädels sitzen auf der Ladefläche
eines Pick-up Trucks. Ich werde kurz darauf vom Fahrer selbigen Trucks auf
Englisch gefragt wo ich hin wolle. Kurz darauf unterhalten wir uns dann auch
auf Deutsch, da der nette Honduraner Mario unsere Sprache zum Spaß gelernt hat.
Das Ziel der lustigen Reisetruppe ist San Pedro Sula, gefährlichste Stadt der
Welt (höchste Mordrate per Einwohner), ob ich mitkommen wolle. Ein kurzer Anruf
bei meinem Couchsurfer, eine halbgelogene Absage und schon sitze ich ebenfalls
auf der Ladefläche und chille mit den Mädels (2x Deutschland und einmal
Russland) gen Sonnenuntergang während uns Mario sicher nach San Pedro bringt ..
wir verbringen eine Nacht im Hostel, und um die erste Fähre am Morgen zu
erwischen brechen wir um 4 Uhr wieder auf, Ziel: einmal mehr die Karibikküste,
die Bay Islands rufen…
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| Hitchhiking cross-country in Honduras |
Útila, Islas de la bahía (The bay Islands)
Auf
diesem von der Garifuna-Kultur geprägten Eiland spricht man Englisch bzw. Creole,
wie auch in weiteren Teilen der Karibik, z.B. Jamaika (been there, done that)
& Belize (soon to come). Auf Útila möchte ich meinen Tauchschein machen,
nachdem mir am Dock 15 Flyer unter die Nase gewedelt werden entscheide ich mich
nach ein wenig Window-Shopping für Underwater Vision, einen mit 5/5 Sternen
akkreditierten Dive-Shop, der höchste internationale Standards erfüllt und mit
höchstens 6 Monate altem Equipment sowie erfahrenen Tauchlehrern aus aller Welt
auffährt. Die Lizenz als PADI Open Water Diver (Freiwasser-Taucher, berechtigt zum wletweiten Tauchen mit einem
Partner bis zu einer Tiefe von 18m) kostet hier $268 (~200€). Zum Vergleich: in
Deutschland kostet dieser Tauchschein um die 400€ und somit gut das doppelte. Meine
Tauchlehrerin Els aus Holland führt uns zumächst in einer confined session vor dem
Dock in die Tauchskills ein und dazu gibt es immer mal wieder etwas Theorie in
Videos und aus dem Buch. Am nächsten Tag folgen die ersten Tauchgänge und mehr
Theorie. Ich bin hin und weg. Wer noch nie tauchen war, kann es vermutlich
schwer nachvollziehen wie es ist in der Tiefe eine Moräne beim Jagen zu
beobachten, am Korallenriff Baracudas, Hummern und Papageifischen zu folgen und
einen Oktopus beim Eingraben in den Sandboden über die Schulter zu schauen. Ich
habe meinen neuen Lieblingssport (ok, nach Fuppes) gefunden. Nach einem semi-schweren Test, den
ich – trotz konstanter Lernresistenz – mit 98% als Klassenprimus abschließe (so
viel Schulterklopfen darf erlaubt sein) bin ich zertifizierter Taucher und
feiere gebührend mit den neugewonnenen Freunden. Eine Institution auf der Insel
für Tauchfrischlinge ist die Guiffity Challenge, bei welcher es gilt 4 gut
gefüllte Shotgläser eines zuvor wochenlang in verschiedenen Kräutern
eingelegten, böse schmeckenden Rums in kurzer Zeit einzuatmen. Dafür gibt es
dann ein tolles T-Shirt und später Koordinationsschwierigkeiten umsonst.
Außerdem gibt es hier noch die Treetanic, die als eine der „Greatest bars of
the world“ gelistet wird. Der Besitzer hier hat scheinbar Unmengen Zeit damit
verbracht, das ganze Gelände mit Muscheln, Murmeln, Bling Bling etc.
auszustatten. Die ganze Bar sieht aus wie ein großes, buntes Korallenriff.
Einen Abend wurden neue Tauchlehrer im Dive-Shop „vereidigt“. Zu diesem Anlass
wurde eine ABC-Party (Anything But
Clothes) als Motto ausgerufen. Ich war Cesar!
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| When in Rome! |
Mit meinem neuen
israelischem Freund Merlin habe ich keine Sekunde gezweifelt den Folgekurs
Advanced Open Water Diver zu belegen, zumal es einen netten Preisnachlass gab
und die Tauchgänge spektakulär schienen: Navigationstauchen, Nachttauchgang,
Wracktauchen, Deep Diving (33m für mich) und Peak Performance Buyoancy. Bei
letzterem lernt man mit seiner Lunge den Schwebezustand unter Wasser zu
kontrollieren. Schon einmal einen Kopfstand ohne Bodenberührung 25m unter
Wasser in einem Fischschwarm gemacht und die Position mehrere Sekunden
gehalten? Willkommen in meiner neuen wunderbaren Tauchwelt.
Die
verbleibende Zeit auf der Insel haben wir mit unseren kostenlosen Fundives (je
zwei für das belegen der Kurse) verbracht. Tauchgänge bis dato: 12 – diving
rocks!
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| Yet another Caribbean sunset |
El Salvador:
El Tunco
Nach
einem weiteren nächtlichen Kurzaufenthalt in besagtem Hostel in San Pedro Sula
bringt der Bus mich und meine neuen schwedischen Bekanntschaften Michelle und
Astrid am Ende eines langen und schwitzigen Tages (36°C) in das Surferparadies
El Tunco in El Salvador. Was mache ich hier? Surfen. 2 Tage, 2 Nächte. Morgens früh in die Wellen, mittags
die obligatorische CL-Pause im Hostel (Barca-Milan, Bayern-Arsenal, [keine]
Schal(k)e 04-Galatasary), nachmittags etwas mehr surfen. Zugegebenermaßen ist El
Salvador nicht der sicherste Ort der Welt und bietet neben den freilich guten Wellen keine weiteren herausragenden touristischen Highlights und so entschließe ich
mich kurzerhand zur Weiterreise nach Guatemala. Den El Salvador-Stempel in Pass
nimmt mir ja jetzt auch keiner mehr weg! ;-)
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| Girl with bird |
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| Pepsi - For those who think young |