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Saturday, March 30, 2013

Nicaragua / Honduras / El Salvador


Nicaragua:
San Juan del Sur
Gemeinsam mit Tobi, Rene und einer kanadischen Crew reisen wir am Morgen gemeinsam zur Grenze Costa Ricas mit seinem nördlichen Nachbarn. Nicaragua gilt als das ärmste Land Zentralamerikas und einen Eindruck davon bekommen wir an der Grenze: die Preise fallen drastisch und da es bereits dämmert nutzen wir die Gelegenheit im Duty Free Shop den vielgelobten Rum Flor de Caña günstig zu erstehen. Er kommt in verschiedenen Jahrgängen von 4 bis 18 Jahren Lagerung. Wir entscheiden uns für die 5 Jahre Variante und einer Literflasche zu 8$, Kanada schlägt bei 7 Jahren zu $10 zu. Die Flasche 18 Jahre gereifter Rum wäre hier für  $30 zu haben. Dafür legt man in Deutschland 100€ und mehr auf den Tisch.
Anschließend kaufen wir noch schnell Limetten und setzen uns in den Chicken Bus, in die nächste größere Stadt. Chicken Busse sind ausrangierte US-amerikanische Schulbusse, die hier in neuer Farbgebung (z.B. Graffitis oder sonstige bunte Neugestaltung, aber gerne auch religiöse Botschaften à la „Jesus ist meine Festung“) bis zum Vollversagen ihren Dienst verrichten. Sie sind wesentlich erschwinglicher als die ebenfalls eingesetzten First Class Busse, welche die großen Städte zwischen Panama und Mexiko verbinden. Als Transportmittel der Wahl für die Bevölkerung des Landes sieht man hier allerlei interessante Fahrgäste, u.a. auch gackernde Hühner auf dem Schoß ihrer Besitzer – daher die Namensgebung. Oder man sieht eben als Nicaraguer einen Haufen bleichnasiger Gringos, die zwei Flaschen Rum  auf der einstündigen Fahrt (Fahrpreis etwa $0,25) in sich hineinschütten. So oder so ein interessantes kulturelles Erlebnis für beide Seiten.
In San Juan del Sur finden wir ein schönes Hostel mit Pool und frischen Früchten zum Frühstück (Übernachtung zu $6). Nun ist der Plan am Folgetag Surfen zu gehen, aber wie wir feststellen dauert der Transfer zum  nächsten Strand mit guten Wellen  30-45 Minuten und der ganze Spaß kostet $20 inkl. Board – irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt. So gehen wir eben Joggen, trainieren direkt am Ozean Steinweitwurf mit 25kg Brocken zur Belustigung der sich sonnenden nicaraguanischen Familie nebenan und schauen uns Bayerns 3:1 Demontage der Mannen aus London in einer Strandbar an. Ich freue mich über das Essen, das zunehmend mexikanischer wird und im Gegensatz zum öden Reis, Reis, Reis könnte ich mich wochenlang von Tacos, Burritos, Tortas etc. pp ernähren. Muss ich ja die kommenden Wochen auch – juchhe!


Palm tree shadow
Main plaza. San Juan del Sur
Isla Ometepe
Das Erscheinungsbild der Insel Ometepe wird optisch durch die zwei Vulkane Concepción und Maderas dominiert. Der Grund meines Besuches hier ist die Besteigung eines dieser beiden Vulkane und so buche ich über mein Hostel (Little Morgan’s – die Dorms sind lässig im Baumhaus untergebracht) einen Guide für ein paar Dollar. Früh am nächsten Morgen um 5 Uhr machen Tobi, Rene (die zwischenzeitlich auch hierher gefunden haben) und ich uns auf den Weg. Der Aufstieg ist beschwerlich und auf der Vulkanspitze thront ein weißer Wolkenring, wie nach Aussage der Insulaner sehr häufig dort zu sehen ist. Der Hike führt uns von 200m ü.NN. auf 1650m, oben ist es bewölkt, extrem windig und feucht. Wir schießen ein miserables Gruppenfoto am Krater und steigen wieder herunter, wo wir beim Durchbrechen der Wolkenschicht eine wunderbare Aussicht auf die Insel und den Schwestervulkan haben. Nach knapp 9 Stunden kommen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour an. Erschöpft aber zufrieden.
Gipfelstürmer
The four musketeers
Volcán Concepción
León
Mit Susanne, die ich zuvor in Bocas del Toro zuerst getroffen hatte fahre ich für ein paar Tage nach León, ein nettes Städtchen im Norden Nicaraguas mit bruchhaften, aber charmanten Kolonialbauten. 
Old church
León means "lion" in Spanish
Volcanoes in the background
Ball court
Mit Quetzaltrekkers (Non-Profit Organisation, die ihre kompletten Einnahmen Hilfsprojekten für nicaraguanische Kids zukommen lässt) machen wir eine Vulkanboarding-Tour. Der Cerro Negro ist relativ kürzlich (in 1999) ausgebrochen und vor ein paar Jahren kam der Besitzer eines örtlichen Hostels auf die Idee man könne ja die Vulkanasche auf einem präparierten Holzbrett herunterboarden. Sein eigener Speed-Rekord liegt bei 95km/h. Völlig irre, aber natürlich lasse ich mich nicht zweimal bitten den Schwachsinn mitzumachen, zumal diese Aktivität sogar einen der Podiumsplätze in einer CNN-Liste der Top 50 Adrenalinräusche weltweit belegt. Die 1. Abfahrt auf der heißen Asche ist semicool. Mein Board kommt nicht so recht in Schwung. Irgendwann mache ich es wie beim Sandboarden und stehe einfach auf und fahre den Rest im Stehen – unwesentlich schneller. Beim zweiten Versuch lasse ich das Board gleich unten, jogge erneut etwa 20 Minuten bis zum Abfahrtspunkt hinauf und renne dieses Mal einfach den Steilhang herunter. Teilweise befinde ich mich dabei halb springend 2m über dem Boden und komme so auf eine angsteinflößende Geschwindigkeit. Am Ende geht alles gut und in weniger als 2 Minuten bin ich unten. Das war schon wesentlich besser!

Up!

Crater

Boarding crew
Steep downhill fun
Let's do this
Honduras:
San Pedro Sula
Mit dem Ticabus (Panama bis Mexiko) fahre ich am frühen Morgen nach Tegucigalpa, der Hauptstadt Honduras. Mein ursprünglicher Plan an dieser Stelle ist zu couchsurfen, ich habe auch bereits meinen Kurzaufenthalt in einem kleinen verschlafenen Nest ein Stunde nördlich von Tegus vor meiner Ankunft organisiert. Als mich der Local-Bus hier absetzt ist es etwa 14 Uhr. Das Nest ist so verschlafen, das ich zunächst relativ oreintierungslos die nächste Tankstelle ansteuere und dort bietet sich mir folgender Anblick: drei junge, blonde (offensichtlich nicht honduranische) Mädels sitzen auf der Ladefläche eines Pick-up Trucks. Ich werde kurz darauf vom Fahrer selbigen Trucks auf Englisch gefragt wo ich hin wolle. Kurz darauf unterhalten wir uns dann auch auf Deutsch, da der nette Honduraner Mario unsere Sprache zum Spaß gelernt hat. Das Ziel der lustigen Reisetruppe ist San Pedro Sula, gefährlichste Stadt der Welt (höchste Mordrate per Einwohner), ob ich mitkommen wolle. Ein kurzer Anruf bei meinem Couchsurfer, eine halbgelogene Absage und schon sitze ich ebenfalls auf der Ladefläche und chille mit den Mädels (2x Deutschland und einmal Russland) gen Sonnenuntergang während uns Mario sicher nach San Pedro bringt .. wir verbringen eine Nacht im Hostel, und um die erste Fähre am Morgen zu erwischen brechen wir um 4 Uhr wieder auf, Ziel: einmal mehr die Karibikküste, die Bay Islands rufen…


Hitchhiking cross-country in Honduras
Útila, Islas de la bahía (The bay Islands)
Auf diesem von der Garifuna-Kultur geprägten Eiland spricht man Englisch bzw. Creole, wie auch in weiteren Teilen der Karibik, z.B. Jamaika (been there, done that) & Belize (soon to come). Auf Útila möchte ich meinen Tauchschein machen, nachdem mir am Dock 15 Flyer unter die Nase gewedelt werden entscheide ich mich nach ein wenig Window-Shopping für Underwater Vision, einen mit 5/5 Sternen akkreditierten Dive-Shop, der höchste internationale Standards erfüllt und mit höchstens 6 Monate altem Equipment sowie erfahrenen Tauchlehrern aus aller Welt auffährt. Die Lizenz als PADI Open Water Diver (Freiwasser-Taucher, berechtigt zum wletweiten Tauchen mit einem Partner bis zu einer Tiefe von 18m) kostet hier $268 (~200€). Zum Vergleich: in Deutschland kostet dieser Tauchschein um die 400€ und somit gut das doppelte. Meine Tauchlehrerin Els aus Holland führt uns zumächst in einer confined session  vor dem Dock in die Tauchskills ein und dazu gibt es immer mal wieder etwas Theorie in Videos und aus dem Buch. Am nächsten Tag folgen die ersten Tauchgänge und mehr Theorie. Ich bin hin und weg. Wer noch nie tauchen war, kann es vermutlich schwer nachvollziehen wie es ist in der Tiefe eine Moräne beim Jagen zu beobachten, am Korallenriff Baracudas, Hummern und Papageifischen zu folgen und einen Oktopus beim Eingraben in den Sandboden über die Schulter zu schauen. Ich habe meinen neuen Lieblingssport (ok, nach Fuppes) gefunden. Nach einem semi-schweren Test, den ich – trotz konstanter Lernresistenz – mit 98% als Klassenprimus abschließe (so viel Schulterklopfen darf erlaubt sein) bin ich zertifizierter Taucher und feiere gebührend mit den neugewonnenen Freunden. Eine Institution auf der Insel für Tauchfrischlinge ist die Guiffity Challenge, bei welcher es gilt 4 gut gefüllte Shotgläser eines zuvor wochenlang in verschiedenen Kräutern eingelegten, böse schmeckenden Rums in kurzer Zeit einzuatmen. Dafür gibt es dann ein tolles T-Shirt und später Koordinationsschwierigkeiten umsonst. Außerdem gibt es hier noch die Treetanic, die als eine der „Greatest bars of the world“ gelistet wird. Der Besitzer hier hat scheinbar Unmengen Zeit damit verbracht, das ganze Gelände mit Muscheln, Murmeln, Bling Bling etc. auszustatten. Die ganze Bar sieht aus wie ein großes, buntes Korallenriff. Einen Abend wurden neue Tauchlehrer im Dive-Shop „vereidigt“. Zu diesem Anlass wurde eine ABC-Party (Anything But Clothes) als Motto ausgerufen. Ich war Cesar! 
When in Rome!
Mit meinem neuen israelischem Freund Merlin habe ich keine Sekunde gezweifelt den Folgekurs Advanced Open Water Diver zu belegen, zumal es einen netten Preisnachlass gab und die Tauchgänge spektakulär schienen: Navigationstauchen, Nachttauchgang, Wracktauchen, Deep Diving (33m für mich) und Peak Performance Buyoancy. Bei letzterem lernt man mit seiner Lunge den Schwebezustand unter Wasser zu kontrollieren. Schon einmal einen Kopfstand ohne Bodenberührung 25m unter Wasser in einem Fischschwarm gemacht und die Position mehrere Sekunden gehalten? Willkommen in meiner neuen wunderbaren Tauchwelt.

Die verbleibende Zeit auf der Insel haben wir mit unseren kostenlosen Fundives (je zwei für das belegen der Kurse) verbracht. Tauchgänge bis dato: 12 – diving rocks!
Yet another Caribbean sunset
El Salvador:
El Tunco
Nach einem weiteren nächtlichen Kurzaufenthalt in besagtem Hostel in San Pedro Sula bringt der Bus mich und meine neuen schwedischen Bekanntschaften Michelle und Astrid am Ende eines langen und schwitzigen Tages (36°C) in das Surferparadies El Tunco in El Salvador. Was mache ich hier? Surfen. 2 Tage,  2 Nächte. Morgens früh in die Wellen, mittags die obligatorische CL-Pause im Hostel (Barca-Milan, Bayern-Arsenal, [keine] Schal(k)e 04-Galatasary), nachmittags etwas mehr surfen. Zugegebenermaßen ist El Salvador nicht der sicherste Ort der Welt und bietet neben den freilich guten Wellen keine weiteren herausragenden touristischen Highlights und so entschließe ich mich kurzerhand zur Weiterreise nach Guatemala. Den El Salvador-Stempel in Pass nimmt mir ja jetzt auch keiner mehr weg! ;-)
Girl with bird
Pepsi - For those who think young

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