Thursday, November 22, 2012
Chile
Hier der Bericht über die letzen zweieinhalb Wochen in Chile. Ein Facebook-Album mit mehr tollen Fotos folgt sobald ich in Bolivien Zeit und vernünftiges Internet habe. Das kann eine Weile dauern :) Ist aber mittlerweile geschehen!
Santiago:
Über
den Andenpass geht es auf einer spektakulären Fahrt Richtung Chile. An der
Grenze im Hochgebirge zieht sich die Prozedur wie Kaugummi. Nachdem alle
Stempel gesammelt und alle Koffer und Taschen gecheckt sind (Chile hat enorm
strenge Einfuhrbeschränkungen, z.B. für Lebensmittel) beginnt die Abfahrt zur
Landeshauptstadt Santiago de Chile. Ich treffe mich abends in El Golf mit
Francisco von Couchsurfing, hier im Finanzdistrikt der Stadt haben die Bars und
Straßenzüge enorme Ähnlichkeit mit den USA. Die Preise in etwa auch. Man merkt,
dass Chile das am weitesten entwickelte Land in Lateinamerika ist – gemessen an
westlichen Standards. Heute hat es in etwa dasselbe per capita Einkommen wie
Portugal und wird nach Aussage eines lokalen Guides anhand dieser Kriterien bald als erstes Land in
Lateinamerika den Status als 1. Welt Staat erreichen.
| Descending the Andes |
Der
Balkon des Hostels im 6. Stock bietet einen fantastischen Blick über die Plaza
de Armas, den Hauptplatz der Stadt, auf dem buntes Treiben herrscht.
Straßenverkäufer preisen ihre Ware an, Biebelprediger beschwören ihre (freiwilligen
und unfreiwilligen) Zuhörer, die Leute treffen sich hier in Cafés oder an
Essenständen, halten ein Pläuschchen und Touristen lassen sich ihre Kameras
klauen. Die Atmosphäre erinnert mich sofort an „Djemma el Fna“ in Marrakech.
Gleich, aber anders. Am Folgetag erhalte ich von Dominique eine Tour durch die
Stadt. Sie ist ebenfalls bei Couchsurfing und war so lieb sich einen Tag für
mich Zeit zu nehmen und mir die Highlights in einer „Walking Tour“
näherzubringen. Wir besteigen dabei unter anderem die Hügel der Stadt, den
schönen Cerro St. Lucia im Zentrum und später San Cristobal, der noch
wesentlich höher ist und einen imposanten, wenn auch völlig versmogten, Blick
auf die Stadt zulässt. Weitere Highlights dieser Tour sind der Besuch eines
Fotographie-Museums sowie auf der Plaza de la Constitución der
Presidentenpalast La Moneda. Dieser war 1973 Schauplatz des dramatischen
Militärputsches durch Augusto Pinochet, in dem jener, mit finanzieller
Unterstützung der USA, die Macht für 16 Jahre an sich riss. Zeitgleich
bedeutete der Putsch den Suizid Salvador Allendes – erster demokratisch
gewählter kommunistischer Präsident der Welt. Auch für eine einstündige Siesta
in einem kleinen Park bleibt Zeit, nachdem in Bellavista, dem Bohemian Viertel
Santiagos, günstig, ausgiebig und typisch chilenisch gespeist wurde (Burger mit
Beef, Tomaten, Mayonnaise, Ketchup, Avacadocreme). Auf dem Cerro Santa Lucia
habe ich eine andere typische chilenische „Speise“ probieren können: Mote con
huesillos. Eingekochte Pfirsiche in ihrem süßen Saft serviert mit eingelegten
Maiskörnern. Es ist allemal gewöhnungsbedürftig diesen Drink zu löffeln, aber
dennoch eine erfrischende Abwechslung in der prallen Mittagssonne.
In
meiner verbleibenden Zeit in der Hauptstadt besuche ich dann noch das Museum de
la Memoria, das sich ausgiebig mit den Ereignissen des oben erwähnten
Militärschlags befasst. So lerne ich, dass das Land zwar einen starken
wirtschaftlichen Aufschwung unter Pinochet erfährt, zur selben Zeit aber auch
tausende Menschen verschwinden oder gefangen genommen werden, zumeist
Oppositionelle oder deren Angehörige, zum Teil sogar Kinder. Diese werden in
Militärgefängnissen ähnlich der Konzentrationslager der Nazis gefangen
gehalten, gefoltert, ermordet. Der Verbleib hunderter Verschwundener
(„desaparecidos“) ist bis heute ungeklärt und auch Überreste Verstorbener
konnten teilweise bis heute nicht abschließend identifiziert werden. Die
Chilenen haben eine gespaltene Meinung über Pinochet, für die meisten ist
Salvador Allende jedoch ein Held.
Am
Nachmittag plane ich abzureisen, schaue mir aber vorher noch mit Anouk aus dem
Hostel den Früchte- & Gemüsemarkt „La Vega“ an sowie den Mercado Central,
in dem es äußerst fischig riecht. Wir gehen in ein „Café con piernas“ und sehen
Männer mit Anzug und Krawatte, die sich von leicht bekleideten Damen (Café con
piernas = Kaffee mit Beinen) Kaffee servieren lassen und gegen Trinkgeld
Schmeichel-/ Flirteinheiten erhalten. Einige dieser Cafés sind dafür bekannt,
dass es nicht unbedingt beim sexy Kaffee bleiben muss. Eine schräge Erfahrung.
Im Anschluss schauen wir noch in der Piojera-Bar vorbei, da mir ein lokaler
Drink (Terremoto/Erdbeben) empfohlen wird. Dieser besteht aus einer Mischung
aus Wein und Eiscreme plus Fernet on top. Wir versacken und ich beschließe eine
weitere Nacht zu bleiben.
| Plaza de Armas, Santiago de Chile |
Viña del Mar /
Valparaíso / Concon
Viña
und Valpo könnten unterschiedlich kaum daherkommen. Auf der einen Seite ist
Valparaíso, die größte Hafenstadt Chiles, zugleich die ärmste Stadt des Landes.
Die Kriminalitätsrate ist hier angeblich sehr hoch insbesondere nach Anbruch
der Dunkelheit. Unter keinen Umständen möchte ich diese Erfahrung jedoch
missen. Die Stadt besteht aus über 40 Hügeln und ist ein Patchwork aus Hafenviertel,
Plazas, bunten Häusern und Verzierungen an den Wänden (Murales, d.h.
Graffitis). Hier kann man stundenlang einfach nur über die Hügel schlendern und
die bunten, witzigen, teils anstößig, teils politisch gestalteten Wände bestaunen.
Einige der Hügel sind mit Acensores zu erreichen. Das sind Fahrstühle in
Kabinenform, die schräg den Hügel hinauffahren. Heute gibt es nicht mehr so
viele davon (zurzeit etwa 6), aber nach und nach werden alte restauriert und
wieder für den Personenverkehr freigegeben. Der Grund für die ärmlichen
wirtschaftlichen Verhältnisse der Stadt ist der dramatische Abstieg ab den 20er
Jahren des vorherigen Jahrhunderts. Mit seinem strategischem Hafen und dem
Goldrush an der Westküste der amerikanischen Kontinente war Valparaíso einst
eine reiche Stadt. Mit der Öffnung des Panama-Kanals wurde sie als Hafenstadt
unbedeutender und verlor so an Wichtigkeit und betuchter Bevölkerung. Der Hafen
ist aber auch heute noch eine Bootstour wert und so bin ich einen Nachmittag
durch das Becken geschippert, vorbei an Seerobben, Kriegsschiffen, kleinen
Yachten, Fischerbooten und einem riesigen Frachtschiff mit der Aufschrift
„Hamburg Süd“.
| Colorful Valparaíso I |
Überhaupt
ist der deutsche Einfluss im Land nicht zu übersehen. Im Süden des Landes, so habe
ich mir erzählen lassen, ist ein Großteil der Familie deutschstämmig und man
kann mancherorts noch mit Menschen in antiquiertem Deutsch parlieren. Man sieht
in Chile aber auch Werbung für Bier deutscher Herkunft in deutscher Sprache, so
z.B. „Kunzmann. Das gute Bier.“ In Valpo fahren schwarz/rot/gold lackierte
Linienbusse der Marke Mercedes-Benz durch die Straßen auf deren Seite der
Aufdruck „Volksbus“ steht. Und im ganzen Land wird das spanische „Sí“
größtenteils durch das deutsche „Ja/Ya“ ersetzt und am Telefon begrüßt man sich
mit „Halo“ anstatt dem üblichen „Hola“. Und in Santiago gibt es im Ramschladen
die neuste Mode und die letzten Schuhkollektionen aus Alemania und New York ab
3€ aufwärts.
Ich
habe in Viña del Mar bei Sebastián (Couchsurfing) und Kirsten (seine
Mitbewohnerin) in einem Apartment direkt am pazifischen Ozean gewohnt. Kirsten
ist Jurastudentin aus Münster und stellt vor meiner Ankunft fest, dass wir
gemeinsame Freunde aus Hamm im Facebook haben. Ein lieber Gruß an dieser Stelle
an Roman und Patty. Die Welt ist eben doch sehr klein! Viña del Mar steht im
totalen Kontrast zu ihrer Schwesterstadt Valparaíso, obwohl nur 15 Minuten mit
dem Colectivo (geteiltes Taxi, das solange Leute einsammelt, bis die Karre voll
ist) entfernt. Geplant auf dem Reißbrett als moderner Naherholungsort für
wohlhabende Bewohner Santiagos und umliegender Gebiete beeindruckt es mit
sauberen und schön angelegten Strandabschnitten, Palmenalleen, schicken
Hochhausbauten und einer großen Mall nach amerikanischem Vorbild. Auf dem
ersten Blick könnte man nicht direkt unterscheiden, ob man sich nun in Florida,
Kalifornien oder eben doch in Chile befindet. Mich haben zwei Dinge hier
besonders Spaß gemacht: „James Bond – Skyfall“ auf Englisch mit spanischen
Untertiteln und die 10km Jogging an der Küstenstraße entlang hinauf nach
Concon. Dort habe ich auf einer großen natürlichen Sanddüne Fotos gemacht, die
auch in der Sahara entstanden sein könnten. Außerdem, einige haben vielleicht
das Video im Facebook gesehen, durfte ich mich im Sandboarding versuchen. Eine
Mordsgaudi, das habe ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal gemacht.
Erwähnen
sollte ich noch das Chorillana bei J. Cruz in Valparaíso, wer hier vorbei kommt
darf es nicht verpassen. Fettige Pommes serviert mit Zwiebeln und einem Fleisch
das im Geschmack an Gulasch erinnert, dazu scharfe Soße. Das Lokal liegt in
einer kleinen Seitenstraße und ist ein Schatz für sich. Die Wände und Regale
sind voll mit Kitsch (u.a. Passbilder ehemaliger Gäste), die Tischdecken bemalt
mit Sprüchen. Während des Speisens wurden wir nacheinander von zwei
Gitarrenmusikern bespaßt, die ihre Schmachtfetzen zum Besten gegeben haben.
Hurtado, Valle Elqui – Hacienda Los Andes
Mitten
im Elqui Valley, einem ariden Landstrich in den Andenausläufern etwa 8
Busstunden nördlich von Santiago, beziehen wir gemeinsam eine von Deutschen
geführte Hazienda. Marion, bei der ich in Buenos Aires wohnen konnte, hat über
einen ehemaligen Kunden den Kontakt hergestellt und so kommen wir in den Genuss
einige Tage preisgünstig hier in der Abgeschiedenheit zu verbringen. Es bietet
sich ausreichend Gelegenheit für Dayhikes in der bizarren und hügeligen
Kakteenlandschaft, durch ein ausgetrocknetes Flussbett und vorbei an
stillgelegten Goldminen, kleinen Oasen, die mit Pfefferminz bewachsen sind und
einem vollständig erhaltenem Skelett einer Ziege, die hier ihre letzte
Ruhestätte gefunden hat. Während sich die Mädels mit Reitausflügen die Zeit
vertreibe genieße ich die Ruhe im wunderschönen Garten der Anlage, betätige
mich körperlich, lerne Spanisch oder Lese ein Buch (momentan: Paulo Coelho –
Schutzengel). Es bleibt auch Zeit für einen anstrengenden Mountainbiking Trip
ins nächste Bergdorf (8km entfernt), obwohl man die Ansammlung ca. 10 Häuser,
eines Platzes, einer Kirche und der Post, die gleichzeitig Kiosk und Friseur
ist kaum als Dorf bezeichnen kann.
| Blossoming cactus in the Valle de Elqui |
Auch über Astronomie lernen wir eine Menge,
eines Abends beobachten wir den Sternenhimmel vom Observatorium der Hacienda
und haben durch das Teleskop überwältigende Blicke auf den untergehenden Mars, Nebel
in einigen Millionen Lichtjahren Entfernung, die erst bei Betrachtung im
Teleskop auszumachen sind sowie einige
Sternebilder die wegen der Erdneigung lediglich aus der südlichen Hemisphäre zu
beobachten sind. Den großen oder kleinen Wagen gibt es hier zum Beispiel gar
nicht, ebenso wenig den Polarstern, dafür benutzt man hier das Kreuz des Südens
(Cruz del Sur) zur Orientierung. 320 wolkenlose Tage im Jahr und die absolute
Dunkelheit hier in den Anden durch das Fehlen jeglicher urbaner Siedlungen im
Umkreis dutzender Kilometer erlauben es mit bloßem Auge (!!!) die äußere Sichel
der Milchstraße zu beobachten. Auch was ich anfangs für leichte Quellwolken am
Himmel halte stellt sich nach Aufklärung durch Tanja, die auf der Hacienda
arbeitet und super Kenntnisse über den Sternenhimmel und die Einstellungen des
vollautomatischen und computergesteuerten Teleskops hat, als die magellanschen
Wolken heraus. Das sind (Begleit-)Galaxien, die alle paar Milliarden Jahre die
Milchstraße umkreisen und ebenfalls nur von der südlichen Halbkugel zu sehen
sind. Wir beobachten anschließend noch Sternenhaufen (es gibt deren zwei:
offene und Kugelsternhaufen) und weitere Objekte. Ich bin vollkommen sprachlos
nach dieser nächtlichen Lehrstunde in Astronomie. Absolut beeindruckend!
| Me and the telescope |
Nicht
unerwähnt bleiben soll das Nationalgetränk Chiles: Pisco. Ein Likör aus Beeren,
die hier im Elqui-Tal angebaut und destilliert werden. Gerne haben wir mit der
deutschen Belegschaft der Hacienda des Abends mit dem ein oder anderen Pisco
Sour (mit Limetten und Traubenzucker, manchmal auch mit Eiklar) angestoßen.
| Horses |
La Serena
La
Serena war als eintägiger Zwischenstopp auf dem Weg in den äußersten Norden des
Landes geplant und eigentlich gäbe es auch nichts Spektakuläres über diese
kleine Stadt an der Pazifikküste zu berichten. Doch das Schicksal hielt anderes
für mich bereit ;-)
Auf
dem Weg durch das Städtchen treffen wir an einer kleinen Kreuzung auf eine
Studentendemo. Die Polizei regelt hier den Verkehr und interessiert lese ich
die Forderungen der Demonstranten auf Banderolen nach geringeren
Studiengebühren, weniger Verschuldung aus dem Studium, niedrigeren Zinsen auf
Bildungskredite und den Abgesang auf den Kapitalismus. Bis auf letzteren Aspekt
für mich durchaus vertretbare Standpunkte. Dann nimmt das Drama seinen Lauf.
Während einige Vermummte noch Parolen brüllen sehe ich im Hintergrund bereits
Flammen. Ein Einkaufswagen mit einer Aufschrift „educación pública“, die
öffentliche Bildung, steht in Flammen, drei Autoreifen liegen daneben. Tolles
Motiv denke nicht nur ich und sehe wie einige Leute ihre Kameras zücken. Just
als ich den Auslöser drücke fliegt der erste Molotowcocktail in den Wagen eine
Stichflamme 1m neben mir lässt mich zurückspringen, die Reifen fangen Feuer
tiefschwarzer bestialisch stinkender Rauch steigt auf und nimmt der –
inzwischen etwas desorientiert und hilflos wirkenden – Polizei, die sich nun
auf der Kreuzung postiert, die Sicht. In diesem Moment fliegen dann auch die
ersten faustgroßen Steine Richtung Kreuzung und ich stehe blöderweise direkt
neben den Demonstranten, die nun alle vermummt sind und brüllen und sich eine
Straßenschlacht liefern. Wohlgemerkt, die Jungs und Mädels hier sind Studenten,
18-23 Jahre etwa. Ich bekomme etwas Panik und frage mich, ob es schlau ist zur
Kreuzung zu flüchten. Nach dem ersten vorsichtigen Schritt ins Ungewisse nimmt
mir eines der Randalo-Kids die Entscheidung ab und fragt mich, ob ich blöd sei
in den Steinehagel rennen zu wollen. Mittlerweile landen die Steine auf Autos
und in den Fensterscheiben der gegenüberliegenden Bankgebäude und einer
Apotheke. Während ein weiterer Molotov hochgeht renne ich ein Stück zurück mit
den Demonstranten und direkt neben mir schlägt eine Farbbombe an die Wand Ich
fühle Glassplitter gegen meinen Rücken prallen und etwas das sich wie warmer
Regen anfühlt. Eine Hand packt mich und zerrt mich in einen Hauseingang und ich
finde mich in einem Friseursalon wieder, dessen Besitzer direkt hinter mir die
Tür verrammelt und von innen die Ladengitter herunterlässt. Der warme Regen war
schwarze Farbe, die komplett von Kopf bis Wade über mich niedergegangen ist.
Ich sehe aus wie die Protagonisten in 101 Dalmatiner und die süße chilenische
Friseurin lacht mich an (oder aus?) und hilft mir Arme und Nacken zu waschen.
Nachdem es sich draußen beruhigt hat kehre ich zu den Mädels zurück, die in der
Apotheke verschanzt waren durch die auch Steine gefeuert wurden. Man sieht nun
Blaulicht, hört Sirenen und die Feuerwehr rückt mit mehreren Wagen an. Auf den
Schock essen wir anschließend in einem zugegebenermaßen fantastischen
Fisch-Restaurant Seezunge und fragen uns was uns wohl noch alles auf diesem
Trip erwartet. Den Pullover jedenfalls behalte ich als Andenken.
| View from the hostel's toilet window into the backyards, La Serena |
San Pedro de Atacama
Dieser
Ort im Norden Chiles liegt in der trockensten Region der Welt (Atacamawüste –
15 Millionen Jahre alt, 1/50 des Jahresniederschlags des Death Valleys in den
USA, es gibt Wetterstationen , die in ihrer Geschichte noch nicht einen Tropfen
Niederschlag verzeichnet haben, die Temperaturunterschiede zwischen Tag (30°C)
und Nacht (-15°C) können extrem sein) und darf getrost als Backpacker Paradise bezeichnet werden. Es gibt in unmittelbarer
Nähe zahllose Naturwunder und in den nicht asphaltierten Straßen San Pedros
finden sich eine Myriade Reiseagenturen, die ihre Dienste dem geneigten
Touristen anbieten. Die Stadt selbst ist mit knapp 3000 Einwohnern recht
überschaubar, die Lehmhütten haben nicht mehr als ein Stockwerk und man könnte
den Ort auch getrost als „San Perro“ (span. perro = Hund) bezeichnen wegen der
schier endlosen Anzahl an Hunden, die durch die Straßen, aber auch durch die
Hostels und Geschäfte streunen. Von hier bietet es sich an eine Tour nach Uyuni
in Bolivien zu buchen, die in drei Tagen und zwei Nächten über den Altiplano,
die Hochlagen des Nachbarlandes führt. Hier gibt es ähnlich spektakuläre Naturhighlights
wie in der Umgebung San Pedros zu bestaunen, nur dass sie nach Aussage vieler
Reisender, Einheimischer, des Internets und meines Reiseführers in Bolivien
noch größer & bunter daherkommen und zudem nur ein Bruchteil der Kosten im
teuren Chile bedeuten. Unser ursprünglicher Plan lediglich eine Nacht von
Sonntag auf Montag in der Wüstenoase zu verbringen wird allerdings komplett
zunichte gemacht wegen widriger Bedingungen für die Bolivien-Tour: Streiks und
Blockaden in der Laguna Verde (die Bolivianer fordern höhere Einnahmen aus den
Touri-Trips, die hier stattfinden) verhindern zunächst den normalen Tourverlauf
und die Einreise nach Bolivien auf diesem Weg. Nach Abklappern mehrerer
Agenturen und Stunden Recherche im Internet stellt sich heraus, dass auch
Dienstag und Mittwoche keine Touren stattfinden können wegen einer Volkszählung
in Bolivien und der damit verbundenen Grenzschließung. Wir reservieren
schließlich mit einem günstigen und vielversprechenden Anbieter für Donnerstag
(die 3-Tagestour kostet mit Übernachtungen, Vollverpflegung und Transport im
Jeep etwa 120€ inkl. aller Nationalparkeintritte). Nun bleiben 3 volle Tage um
in San Pedro zu relaxen und die Umgebung zu erkunden. Ein kurzer Abriss meiner
Aktivitäten:
- Valle de la Muerte: Skurille Felsformationen, geniale Aussichten auf aktive Vulkane und das nahe Hochplateau, eine 150m hohe Sanddüne, ein Snowboard …. eine Menge Spaß!
- Valle de la Luna: Mondlandschaften inmitten der Wüste.
- Laguna Cejar: Mit dem Rad fahre ich mittags im Mordstempo durch die völlig einsame Wüste zur 20km entfernten Salzwasser-Lagune. Zwischendurch platzt mir der Schlauch des Hinterrads auf der Schotterpiste mit Schlaglöchern. Ich brauche etwa 30 Minuten in brüllender Hitze und absolutem nichts, um den Schaden mit dem Notfallkit zu beheben. In dieser Zeit passiert nicht ein einziges Auto oder Rad die Strecke. Einmal angekommen bin ich bis auf anfangs zwei weiterer Touristinnen komplett alleine, da die Touri-Vans erst am Nachmittag anrollen, wenn es kühler wird und die Lagune wärmer ist. Ich gehe schwimmen und treibe auf der Oberfläche der Lagune. Der Salzgehalt ist so hoch, dass es unmöglich ist unterzutauchen und ohne eigenes Dazutun schwebt man an der Wasseroberfläche. Anschließend bin ich komplett weiß von dem Salz, das auf meiner Haut trocknet.
- Champions-League: Bayern wird zu meinem Unmut zugunsten der chilenischen Playoffs unterbrochen. Wer will bitte ernsthaft Colo Colo vs. Audax Italiano schauen? Dem Torjubel nach zu urteilen scheinbar alle :/ Dortmund läuft dafür heute im Wechsel mit Real und ich bin happy, dass die deutschen Vereine alle ihre Gruppe anführen. War doch schließlich so zu erwarten, oder?!
- Ich werde beim Geld abholen in der Bank angesprochen: „Hallo, bist du Maik Hesse aus Hamm?“, ich drehe mich um und erblicke Stefan Seegelken, mit dem ich früher gemeinsam aufs Stein-Gymnasium gegangen bin und Musik in der Big-Band gemacht habe. Habe ich weiter oben schon erwähnt, dass die Welt verdammt klein ist?
- Bier mit frisch gepresstem Zitronensaft, Salzrand und Chili-Gewürz. Gewöhnungsbedürftig.
| Sandboarding 150m high dunes |
| Sunset in San Pedro de Atacama |
| Laguna Cejar |
Morgen
in aller Frühe geht es dann also nach endloser Warterei Richtung Bolivien und
es stehen Vulkane, Lagunen, der größte Salzsee der Welt, Geysire und noch vieles mehr auf dem Programm. I'll keep you posted!
Monday, November 5, 2012
Argentinien (Part II)
Dies ist der zweite Teil zu Argentinien. Den ersten findet ihr weiter unten. Ein Album mit Fotos gibt es bereits auf facebook. Ich hoffe ihr habt genauso viel Spaß beim Lesen wie ich beim Verfassen. Schöne Grüße aus Santiago de Chile!
Córdoba
In
Córdoba hatte ich eine gute Zeit während meines dreitägigen Aufenthalts dort. Ich
durfte bei Daiana und ihrer Schwester Denisse wohnen. Dai ist die Freundin von
Scott, meinem ehemaligen Mitbewohner während meines Auslandsstudiums in LA.
Nachdem der erste Abend recht unspektakulär mit Pizza und örtlichem Bier endet,
starte ich am folgenden Tag die Erkundungstour. In Córdoba gibt es viele
Gebäude aus der Kolonialzeit und im Microcenter der Stadt sind diese alle gut
fußläufig zu erreichen. Als Stadt mit einer der größten Universitäten des
Landes und vielen weiteren akademischen Institutionen, nennt man Córdoba auch
„La Docta“ - „die Gelehrte, die
Doktorierte“. Dai, die kurz vor dem Abschluss ihres Architekturstudiums steht,
war der perfekte Tourguide. Sie konnte mir viel über architektonische
Besonderheiten erzählen, wusste wann und in welchem Stil die Gebäude errichtet
wurden und hat dabei noch einiges über die Geschichte der Stadt eingestreut.
Das ganze übrigens durchgehend auf Spanisch, sodass ich viel üben konnte, auch
wenn ich manchmal dann doch etwas „lost“ war und kurzzeitig zu Englisch
wechseln musste.
Einen
Tag haben wir in Alta Gracia verbracht, etwa 45 Minuten außerhalb Córdobas,
einem kleinen Sommerferienort vieler reicher Porteños (Einwohner von Buenos
Aires). Dort gab es ein Museum, das sich dem Leben und Wirken Ernesto „Che“
Guevaras gewidmet hat. Hier hat der Kommandante einen Teil seiner Kindheit
verbracht und ich nutze die Gelegenheit mehr über seine Reisen und seinen Kampf
für soziale Gerechtigkeit in Lateinamerika zu erfahren.
Am
Tag meiner Abreise war ich dann noch im schönen Stadtpark Sarmiento joggen und habe Rocky-gleich die
enormen Treppen (ca. 100) des Anstiegs zu dem auf einer Anhöhe gelegenen Park
5x in Rekordtempo bezwungen. Zur Belohnung gab es abends in einem guten
Restaurant ein 500g Steak (Typ „Vacio“, aus der Flanke – ca. 10€), das mit
Abstand zu den Besten seit Beginn dieser Reise zählt. Das waren im Übrigen
schon einige, wenn ich schätzen müsste, ein gutes Dutzend Rindermuskel habe ich
in den ersten 4 Wochen bereits verspeist.
| Iglesia Catedral - Córdoba |
Rodeo:
In
Rosario habe ich einen Tipp für ein gutes Hostel in der Gegend von San Juan,
einem bekannten Weingebiet im Westen Argentiniens, erhalten. Ich buche im
Voraus für 3 Tage und stelle erst am Abend meiner Abreise fest, dass ich nach
der 8-stündigen Nachtfahrt in San Juan einen weiteren Bus nehmen muss, der mich
in ca. 4 Stunden nach Rodeo an die Cuesta del Viento („Windküste“) bringt. Nach
der Ankunft in San Juan treffe ich dort Leyanne aus England, die ich bereits
aus Montevideo kenne. Sie hat kürzlich bei den Olympischen Spielen als leitende
Eventmanagerin den Bau der BMX-Parcours betreut und anschließend die
Wettbewerbe organisiert. Wir verbringen die Mittagszeit in San Juan. Viel gibt
es hier nicht zu sehen. Die Stadt wurde 1944 von einem Erdbeben der Stärke 8,5
heimgesucht und das größte Highlight ist der Simulator (ein wackelnder Raum mit
einem nachgestellten Video), der einem das Gefühl gibt man sei live dabei als
die Stadt in Schutt und Asche gelegt wird. Ich bin froh, dass es am Nachmittag
noch einmal weiter geht. Was nun folgt ist eine spektakuläre Busfahrt in die
Anden! Über eine Bergstraße arbeitet sich der Bus schleppend in höhere Gefilde
vor. Zu meine rechten, etwa einen Meter neben dem Fenster, geht es gute
200-300m abwärts ins Tal. Ich habe vollstes Vertrauen in den Busfahrer. Was
anderes bleibt mir auch gar nicht übrig. Wir erreichen das Hostel am frühen
Abend und haben eine gute Sicht auf den wunderschönen See. Wegen seiner Lage in
den Anden und den ihn umgebenden Höhenzügen bietet er optimale Bedingungen für
Wind- und Kite Surfing – mit einer steifen Brise von Mittag bis zum Sonnenuntergang.
Nach
einem morgendlichen Hike am nahegelegenen See (um 6.30 Uhr klingelt der Wecker)
verbringe ich den Rest des Tages äußerst entspannt, hauptsächlich mit
Spanischlernen, Joggen in der atemberaubenden Landschaft und mit der Planung
der nächsten Tage. Abends werde ich von einer Gruppe urlaubender argentinischer
Herren zu einem Asado eingeladen. Dabei darf ich eine Menge über Rotwein,
Weißwein und Champagner sowie die Rivalität zwischen Mendoza und San Juan, den
beiden bekanntesten Anbaugebieten des Landes, erfahren. Inklusive kostenfreier
Proben oben genannter Getränke. Die Gruppe älterer Herren (ein Professor, ein
Pilot von Emirates Airlines etc.) betrinkt sich dabei so sehr, dass einer von
ihnen, ein besonders rundlicher, zwischenzeitlich einfach vom Stuhl kippt
während er einen Witz erzählt J
Den
nächsten Tag verbringe ich komplett mit Mountainbiking. Ich leihe mir dafür das
Fahrrad des Hostelbesitzers Manuel (war jahrelang bei einer
Versicherungsgesellschaft, ist vor zehn Jahren zum Hippie konvertiert und nun
einer der Obergurus des Dorfes). Über Stock und Stein, Berg und Tal komme ich bei
30°C auf den unasphaltierten Wegen (sofern es überhaupt welche gab) durch
bizarre Landschaften, arbeite mich Richtung Seeufer vor und beobachte dort die Surfer.
Ich überlege einen Einsteigerkurs Kitesurfing für den Nachmittag zu buchen, der
Preis von 500 Pesos (~83€) für das 2-stündige Vergnügen hält mich allerdings
davon ab. Auf dem Rückweg gelange ich an einen Felsvorsprung auf dem es
offensichtlich oben ca. 5m höher auf einer Ebene weitergeht. Ich bin hier
völlig allein, weit und breit kein Mensch zu sehen. Also umdrehen und außen
herum fahren? Forget it! Ich stemme das Bike auf den nächsten Felsvorsprung,
klettere selbst ein paar Meter, reiche herunter und hieve das Fahrrad
anschließend wieder hinter mir her. Schweißtreibend, gefährlich und einfach nur
mega geil! Dasselbe versuche ich anschließend an einem schmalen Fluss, ca 20m
breit. In der Annahme, dass er schon nicht so tief Wasser trägt stehe ich nach
drei Schritten bis zur Hüfte in selbigem, das Fahrrad in meinen Händen über dem
Kopf. Ok, MacGyver, an dieser Stelle bist du lieber vernünftig und drehst
wieder um… diesen Nachmittag fahre ich noch ins 4km entfernte Pueblo und stelle
fest, dass hier am Sonntag etwa 7 Menschen auf den Straßen unterwegs sind.
Der
letzte Bus am Montag verlässt den Ort um 13 Uhr und da ich noch einige Tage in
Mendoza verbringen will bevor es nach Chile geht mache ich mich nach einer
morgendlichen Runde Jogging, Hiking, Wildpferde aufscheuchen und Boxsack verprügeln
auf den Weg.
| Cuesta del Viento, Rodeo |
Mendoza:
Mendoza
ist hauptsächlich bekannt für seine herausragenden Weine und so dreht sich mein
Abstecher hierhin auch zu einem beträchtlichen Teil um dieses Thema. Im Hostel
treffe ich eine Gruppe Reisender aus Australien und Amerika und entschließe
mich kurzfristig beim Frühstück am nächsten Morgen die „Weintour“ mit Ihnen zu
buchen. Wir werden um 10 Uhr am Hostel abgeholt und mit Taxis nach Maipú, einem
Vorort von Mendoza, gebracht. („Welcome to Maipú“ – das hat die
englischsprachige Gruppe durchaus amüsiert). Angekommen an der ersten Bodega begrüßt
man uns mit einer Auswahl dreier verschiedener Weine (Malbec, Merlot,
Chardonnay). Es ist 10.30 Uhr. Man erklärt uns Grundsätzliches zu Geruch,
Farbe, Alkoholgehalt etc. Anschließend werden wir mit Fahrrädern ausgestattet
und machen uns fortan auf den Weg, um zwei weitere Bodegas zu besichtigen. Wir
dürfen dabei außerdem die Produktionsstätten besuchen. Ein ganz besonderes
Highlight. So bestaunen wir überdimensionale Weinfässer in denen Lagerung und
Reifeprozess stattfinden und dürfen sogar in Weinfässer klettern die nicht mehr
genutzt werden. Dazu muss man sich durch einen winzigen Einlass zwängen. Für
die Mädels ein leichtes Spiel, für den Rest eine Herausforderung! Unser Guide
Edgardo organisiert uns diese Zusatzaktivitäten, die normalerweise nicht
Bestandteil der Tour sind, aber unser Nachfragen („können wir auf die
Weinfässer klettern?“, „dürfen wir auch HINEIN?“) und sein Verhandlungsgeschick
mit den Angestellten der Bodegas sichern uns diesen Spaß. Die größten
Holzfässer fassen bis zu 37.500 Liter, eines der Steinfässer, in dem wir
herumtollen gar 147.000l, das größte der hier genutzten Fässer enthält
unglaubliche 1,5 Mio. Liter. Am Fließband sehen wir wie die Flaschen gefüllt,
etikettiert und in Kisten sowie Paletten verpackt werden. Ein vollautomatischer
Prozess – das Exportvolumen dieser Bodegas ist immens. Zum Lunch bekommen wir die
landesüblichen Empanadas (Teigtaschen mit wahlweise Fleisch oder Gemüsefüllung,
in diesem Fall „Carne dulce“). Heruntergespült wird das Mittagessen – wie
könnte es anders sein – mit Wein. Die nachmittägliche Fahrt hinaus in die 6km
entfernten Weinfelder gestaltet sich daher abenteuerlich bringt aber auch eine
Menge Spaß mit sich. Es bietet sich eine
tolle Sicht auf die Berge und die Anbaugebiete und nach der obligatorischen
Begrüßung mit Champagner bekommen wir eine weitere Tour, diesmal durch ein
Kellergewölbe, in dem wir mehr über die Geschichte dieser mehr als 100 Jahre
alten Bodega erfahren. Zum Abschluss nutzen wir noch die Gelegenheit eine
Olivenfabrik zu besichtigen, dort probieren wir verschiedene Sorten Oliven und
Öl und erhalten außerdem eine Tour durch die Fabrikationshallen, wo man uns die
traditionelle sowie moderne Herstellungsweise von Olivenöl erklärt. Geschafft und
beschwipst kommen wir am frühen Abend wieder im Hostel an. Zum Glück ist heute
Halloween und die Nacht wird (nach einem 3-stündigem Power-Nap) in ebenjener
Tradition auf der trendigen Aristides Villanueva fortgesetzt.
An
den Folgetagen erkunde ich Mendoza und nutze das schöne Wetter, um Parks,
Straßenzüge, Museen und Plazas zu besichtigen.
| Wine tasting bike tour in Maipú |
Uspallata:
Eine
spontane Entscheidung führt einige von uns über das Wochenende in die Anden.
Das 3000-Einwohner Dorf Uspallata, gelegen an der Alta Montaña Route nach
Chile, dient dabei als Basiscamp und Ausgangspunkt der Erkundungstouren. So
starten wir am Freitag eine Radtour in die Berge und finden uns nach einer
1-stündigen Fahrt und einem kurzen Hike auf einem heiligen Hügel der Incas.
Hier kann man Gravuren in den Steinen entdecken, die Menschen in der
präkolumbischen Zeit darstellen, vermutlich entstanden zwischen den Jahren 700
und 1000. Man hat außerdem eine beeindruckende Aussicht auf die umliegenden
Täler. Wir erfahren, dass wegen der Ähnlichkeit zu den Landschaften des Himalayas
hier der Film „Sieben Jahre in Tibet“ gedreht wurde.
| Inca carvings in Uspallata |
Nachmittags
schnappe ich mir alleine das Bike und jage bei 30°C und steilem Gegenwind den
stetig leicht bergauf führenden Weg nach Siete Colores („Sieben Farben“)
hinauf. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf diesen knappen 9km liegt bei
8-10km/h die Stunde, aber ich schlage mich tapfer. Nach einer knappen Stunde
Quälerei entdecke ich das Farbenspiel – eine Felsenwüste mit grünen, weißen,
roten, gelben und gar bläulichen Farbtönen bietet sich meinem Blick. Ich bin
alleine hier draußen, stelle das Fahrrad ab und klettere einen der steilen
Hügel hinauf, um ein paar Fotos zu schießen. Auf dem Rückweg unterschätze ich
wie steil es hinauf war und rutsche mehrmals einige Meter über bunten Schotter
hinab. Mit einigen blutigen Macken (Knie und Hände vs. Stein) komme ich unten
an und bin guter Dinge. Auf dem Weg ins Dorf habe ich Rückenwind, es geht bergab,
ich bin in 13 Minuten zurück an meinem Ausgangspunkt. Maximale Geschwindigkeit
auf der unasphaltierten Piste: 46,9 km/h J
Am
nächsten Tag das Highlight des Wochenendes: Eine knapp einstündige Busfahrt
bringt uns in die Nähe der chilenischen Grenze zur Puente del Inca, einer
natürlich geformten, seltsam orangefarbenen Brücke auf ca. 2700m. Nebendran
wurde bis zu seiner Schließung in den 40er Jahren ein Thermalbad und Spa an den
heißen Quellen betrieben, von dem heute nur noch die Ruinen übrig sind. Entlang
der Gleise der stillgelegten Eisennbahnstrecke geht es weiter in den
Provinzialpark Aconcagua. Wir hiken auf etwa 3.500m und haben eine unfassbare
Sicht auf den höchsten Berg der amerikanischen Kontinente, den höchsten der westlichen
und südlichen Hemisphäre, den höchsten der Welt außerhalb des Himalayas in
Asien. 6.959 stolze Meter ragt der Cerro Aconcagua (die indigene Bezeichnung
lässt sich als „Stone Guardian / Steinwächter“ übersetzen) vor unseren Augen in
den Himmel. Etwa 10km Luftlinie von uns entfernt ist es mir unvorstellbar, dass
er noch weitere 3,5km Höhe hat. Der Gipfel sieht von hier greifbar nah aus, als
könne man in wenigen Stunden hochwandern, aber die Perspektive täuscht. Die
kürzesten Touristen-Touren (ab Mitte November angeboten, sobald der Sommer
Einzug hält) dauern 13 Tage inklusive Akklimatisation. Eine Besteigung ohne
professionellen Guide wird nur den extrem erfahrenen Bergsteigern empfohlen
(Reinhold Messner war auch schon da).
Am
heutigen Morgen erfolgt nun die Abfahrt nach Chile über den spektakulären
Andenpass. Aber mehr dazu in 2-3 Wochen, wenn ich (so die Planung) im Norden
des Landes Richtung Bolivien aufbreche.
| Alta Montaña |
Argentinien (Part I) / Uruguay
Argentinien:
Buenos Aires I:
Die
18-stündige Busfahrt steckt mir am Mittwochmorgen noch in den Knochen als ich
gegen 11 Uhr in Buenos Aires ankomme. Mein Sitz war blöderweise direkt
neben/unter der Klimaanlage, die die ganze Nacht auf Turbo durchgeballert hat.
Für ein bisschen Schlaf hat es dann aber doch gereicht. Voll beladen erreiche
ich nach kurzer Fahrt mit der U-Bahn den Stadtteil Palermo, angeblich das
hipste Barrio hier. Es heißt dann Reunion mit Ian, Marion und Lisa, die ich allesamt
bereits aus Rio kenne und mit Ian bin ich auch bereits in Brasielien gereist.
Perfektes Timing – man serviert gerade Frühstück. Dazu klettern wir aufs Dach
des 10-stöckigen Wohnhauses, sodass man einen coolen Blick auf die Stadt hat.
Dort oben habe ich mich dann auch später noch das ein oder andere Mal von Ian
durch ein „Zirkeltraining“ in der Sonne jagen lassen. Er hält sich mit Joggen
und anderen Leibesübungen fit – ich schließe mich da gerne an. Wir sind dann
auch gleich nachmittags nach Recoleta gejoggt und haben in einem Park ne Runde
trainiert. Häufig gibt es hier Trimm-dich-Pfade oder Reckstangen und andere
Geräte in Parks und Grünanlagen. Das scheint typisch für Südamerika (zumindest
in Brasilien, Uruguay und Argentinien habe ich es oft gesehen).
Nachdem
Ian abends seine Künste als Barkeeper und Caipirinha-Mixer unter Beweis stellt
geht es am nächsten Tag auf eine relaxte Erkundungstour durch Palermo Soho – ein
Bohème-Viertel mit der coolen Plaza Serrano, wo es viele Bars, Restaurants und
einen kleinen Handwerker-Markt mit Lederwaren, Kleidung etc. Hier und da
erinnert mich der Baustil ein wenig an Vila Madelena in Sao Paulo, dann
wiederum muss man allerdings feststellen, dass Buenos Aires insgesamt viel
europäischer als andere Städte in Südamerika ist – einige Ecken und Straßen
könnte man so auch in Paris oder Barcelona sehen. Der Einfluss der spanischen
und italienischen Vorfahren der Argentinier ist omnipräsent. In der Küche, der
Kultur, der Mentalität. An diesem Abend dann ein besonderes Schmankerl: Wir
gehen ins Araóz bzw. Lost, ein Club in Palermo. Als wir um 1 Uhr dort aufkreuzen
läuft gerade ein S-K-A-T-E Competition auf (!!!) der späteren Tanzfläche.
Zuerst Practice und später 1-on-1. Wer es nicht kennt: ein Fahrer macht einen
Flip o.ä. vor und wenn er ihn catcht muss der andere ihn nachmachen und bekommt
ansonsten einen Punkt bzw. ein S,K,A,T,E. Anyways, gute Unterhaltung und nach
Ende des Contests gehen die BBoys und Breaker steil. Ich bin beeindruckt von
den guten Moves die man hier sieht, aber noch viel mehr von Ian, der hält was
er verspricht (zur Erinnerung: Tänzer als Voract der Black Eyed Peas) und
wünschte ich hätte eine Kamera oder iPhone dabei. Darrn!
| Congreso de la Nación Argentina |
Uruguay:
Colonia del Sacramento
Am
Samstagmorgen brechen wir gemeinsam und zugegebenermaßen relativ spontan nach
Uruguay auf. Buenos Aires liegt am Delta des Río de la Plata (Silberfluss), der
sich hier zum Atlantik hin öffnet und zum Mar del Plata wird. Etwa 50km
Luftlinie von BA, auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses liegt Colonia
del Sacramento in Uruguay. Wir nehmen den Katamaran von Colonia Express, der
die Strecke in einer Stunde zurücklegt – die Fahrt kostet etwa 30€. Dafür gibt
es an Bord die ganze Zeit das Best-of-Album von Britney Spears auf die Ohren,
inklusive Videos. Juhu! Angekommen, stellen wir fest: Colonia ist eine ganz
feine Stadt. Total relaxt, einer der sichersten Orte des Kontinents, wunderbare
25 Grad an diesem Tag und eine Altstadt, die durch ihren kolonialen Baustil
fasziniert. Mit Kopfsteinpflaster-Gässchen, einigen Gebäuden aus dem 17. und
18. Jhd. und einer Hauptstraße, auf der sich gute Restaurants aneinanderreihen
und die Autofahrer für kreuzende Fußgänger anhalten. Nach 3 Stunden inkl.
Leuchtturmbesteigung hat man alles einmal weitestgehend abgelaufen, die
historische Altstadt ist nicht wirklich groß, aber dafür von allen Seiten vom
Meer/Flussdelta umgeben, sodass wir uns einen tollen Sonnenuntergang vom Ufer
auf der Plaza Mayor anschauen können. Abends (es ist Samstag) sind wir dann auf
eine Stippvisite in den einzigen Club der Stadt, das „Tres Cuarto“. Wir stellen
insgesamt fest: Die Preise in dieser leicht touristisch geprägten Stadt sind
teurer als andernorts, trotzdem kommt man noch etwas billiger weg als in
Deutschland. Hier kostet 1L Bier z.B. ~5€, der Longdrink allerdings auch und
der Tequila-Shot etwa 1€. Ich übe an diesem Abend dann noch ein wenig Spanisch.
Nach
einem erholsamen 3-stündigen Schlaf leihen Ian und ich uns Fahrräder im Hostel.
Die gab es umsonst beim Abschluss einer Jahresmitgliedschaft im uruguayischen
Jugendherbergsverband für ca. 15€. Die Mitgliedschaft wollte ich mir ohnehin
noch zulegen, so spare ich fortan in allen „affiliated hostels“ weltweit 1-2€
pro Nacht. Wir cruisen also bei strahlendem Sonnenschein los und erkunden die
Umgebung. Etwa 6km außerhalb gelangen wir über eine langgezogene Hauptstraße direkt
an der Küste zum alten Bullring. Der ist zwischenzeitlich geschlossen und es
finden keine Kämpfe mehr statt, da die Anlage längst baufällig geworden ist.
Das Areal ist mit einem „Moschendroohtzäun“ gesichert, wir finden ein Loch und
steigen ein, immer mit der Angst von einer Polizeikugel niedergestreckt zu
werden. Es geht aber alles gut und wir finden uns in der Arena wieder und
flaxen rum. Später schauen wir uns noch ein Eisenbahnmuseum an und gehen dann
an den Strand. Ian dreht durch und will joggen gehen. Ok, Schuhe bei den
Fahrrädern deponiert und dann barfuß 20 Min. den Strand auf und ab, vorbei an
einer Lagune und grillenden einheimischen Wochenendausflüglern, die uns etwas
ungläubig hinterherschauen. Auf dem Rückweg halten wir dann nochmal an einem
Fitnesspfad und machen uns richtig alle. Genau das, was man nach einer
durchzechten Nacht so braucht. Wir fühlen uns danach aber langsam wieder wie
Menschen. Als wir am frühen Abend zurück in die Altstadt fahren, ist die
Hauptstraße Richtung Zentrum (die um 14 Uhr noch menschenleer war) an diesem
Sonntag gesäumt mit Familien, Teens, Liebenden usw. Überall chillen die Leute
am Straßenrand und auf dem Grüngürtel zum Strand hin und grillen, trinken,
hören Latin-Beats aus den Stereoanlagen ihrer Autos, rauchen Zauberkraut und
genießen einfach diesen entspannten milden Abend am Vortag des Feiertags zur
Entdeckung Amerikas (Columbus Day in den USA, hier Día Descubrimiento de América). Auf 3-4km Länge, ein
identisches Bild. Wir entspannen abends auf dem Hostel und quatschen mit Mike
aus Dänemark, der reist und dabei ein Kochbuch schreibt, über europäische
Integrationspolitik.
| Beachfront Colonia - Fish vs. foot |
Am
nächsten Morgen fahren wir mit dem Auto weiter nach Montevideo, der Hauptstadt
des Landes. Etwa 2,5 Stunden sind wir insgesamt unterwegs und haben so
Gelegenheit uns am Nachmittag bei gutem Wetter das Stadtzentrum und die
Altstadt anzuschauen. Einige gute Fotos entstehen hier, allerdings ist die
Stadt jetzt nicht der Brüller. Sie ist groß, teuer und bei weitem nicht so
spektakulär wie Buenos Aires. Erwähnenswert ist mit Sicherheit der „Mercado del Puerto“, ähnlich wie in Sao
Paulo, wo es Fruchtstände gibt, wird hier an jedem Stand Fleisch
verschiedenster Arten auf großen Grills zubereitet und verkauft. Dazu wird
Medio y Medio empfohlen, eine Mischung aus halb Sekt und halb Wein. Wirklich? Na gut. Der
Guide empfiehlt es ja schließlich. Wie können wir uns dem verwehren? Man sagt
uns später Montevideo sei eine crazy Partystadt, aber wegen des Feiertags sind
nur Bars geöffnet. Wir entscheiden uns im Hostel zu bleiben und sind ganz froh,
dass hier nicht so der riesen Drive aufkommt auszugehen und genießen
stattdessen den Tratsch mit anderen Reisenden und ich übe mal wieder Spanisch
mit dem Barkeeper, der mir auch noch ein paar gute Reisetipps gibt. Das Hostel „Ukelele“ ist noch einen Satz wert. Ein altes, renoviertes Kolonialhaus mit
rustikaler Inneneinrichtung, Terrasse, Pool, Wohnzimmer mit Couch, Bücher- und
Fernsehraum etc. Das hat uns sehr gefallen. Am kommenden Morgen besuchen wir
das MAPI (=Museo de Arte Precolombino e
Indígena), ein Museum über
die indigenen Kulturen Süd- und Zentralamerikas vor der Entdeckung durch die
Europäer, und treten anschließend erneut über Colonia den Heimweg an.
Buenos Aires II:
Wieder
angekommen in Buenos Aires gehen wir auf Erkundungstour durch die Stadtviertel.
So sehe ich zum Beispiel in San Telmo interessante Architektur, insbesondere
einige schöne Sakralbauten gibt es hier. Auf einem kleinen Platz sitzen die
Leute draußen bei Kaffee und/oder Cerveza während in der Platzmitte ein Pärchen
zur Hintergrundmusik Tango tanzt. Auch nach La Boca zieht es mich einen
Nachmittag. Dies ist einer der ärmsten Stadtteile Buenos Aires und ich habe
hier bereits vielerorts üble Geschichten aufgeschnappt. Die Stadt erlebt dieser
Tage eine bisher ungesehene Kriminalitätswelle. So hörte ich von Touristen, die
bei einem Überfall im Café angeschossen wurden. Ständig werden Rucksäcke o.ä.
geklaut, wenn man einen Moment unaufmerksam ist. Halbwüchsige belästigen Touris
aber ebenso Locals mit Messern und wollen an die Knete. Zwei Mädels aus
Deutschland wurden am helllichten Tag von ihren ausgeliehenen Fahrrädern
gezerrt und sowohl dieser als auch weiterer Wertgegenstände entledigt – die
Täter verwendeten Handfeuerpistolen, um ihrer Absicht ein wenig Nachdruck zu
verleihen. Letzteres passierte im Übrigen in La Boca und so steige ich mit
einem etwas mulmigen Gefühl aus dem Taxi, das uns hier absetzt. Was wir sehen
ist aber völlig harmlos. In den 3-4 Straßenblöcken, die als beliebtes Touristenziel
gelten, gibt es bunte Häuser allerlei Art. Das ist eigentlich auch schon die
Hauptattraktion. Das Stadion der Boca Juniors ist dann noch ganz nett
anzuschauen. Hier hat Diego Armando Maradona gekickt. Dieser Verein hat eine
große Tradition und ist der Stolz der Leute. Deswegen gibt es auch einen
Fake-Diego mit dem man Fotos machen kann. Ganz großes Tennis! Am Abend
verabschieden wir uns mit einer weiteren Runde im Club, den wir auch in der
Vorwoche besucht haben. Dieses Mal gibt es im Vorfeld der Party die Premiere
des neuen Skate-Videos mit Riley Hawk, Sohn des legendären Tony. Die Leute
drehen dabei vollkommen durch.
Außerdem
habe ich in dieser Woche das Vergnügen Spanischstunden in der Schule "Bueno, Dale" von Sandra Gonet zu nehmen.
Zwar nur zwei Nachmittage, aber es reicht, um einige grammatikalische
Kenntnisse aufzufrischen (Indefinido/Imperfecto und Subjuntivo) und ein
bisschen mit Sandra zu parlieren, die einfach nur reizend ist („Porque decís
‚Achso‘? ‚Achso‘ es un bitch. Hable español!“). Ich habe mich auf ihren Rat hin auch entschieden vorerst keine
weiteren Klassen zu nehmen und an dessen statt einfach sprechend zu lernen mit
Unterstützung von Vokabel- und Verblisten sowie einem kompakten und sexy
30-stündigem Spanischprogramm, dass ich mir zugelegt habe („Bueno, entonces“).
| Tango in La Boca |
Rosario:
Übers
Wochenende geht’s nach Rosario, dem Geburtsort zweier nationaler Berühmtheiten
und für viele auf ihre jeweilige Weise Idole. Die Rede ist zum einen von
Ernesto Che Guevara, Revolutionär, Visionär und Homie von Fidel Castro, dessen
Geburtshaus 100m von unserem Hostel entfernt liegt und heute ein Büro einer
Versicherungsgesellschaft beherbergt. Der andere ist ein Zauberer, ein
Phänomen, jemand der den Menschen Freude bringt und unglaubliches zelebriert.
Lionel Meeeeessi! Als vorletzte Woche Argentinien gegen Uruguay 3:0 in der
WM-Quali gewinnt und Messi 2 Tore und eine Vorlage markiert sagt ein Taxifahrer
am nächsten Tag zu uns: „Nicht Argentinien gegen Uruguay – das war Messi gegen
Uruguay!“
In
Rosario angekommen haben wir durch die tatkräftige Unterstützung der Jungs aus
dem Sportgymnasium und ihres Lehrers viel Spaß bei einem Asado (deutsch:
Grillen, das hier aber regelrecht zelebriert wird und Züge einer Kunstform
annimmt) und milden Temperaturen auf dem Dach des Hostels. Am nächsten Tag
starten Ian und ich eine ~15km par Force Fußtour durch Rosario, nach der wir
anschließend noch eine Runde zum nächsten Outdoor-Gym joggen, um uns vollends
platt zu machen. So geht es nach dem Auftakt am Geburtshaus des Commandante „
El Che“ durch die Einkaufsstraße vorbei an der Costanera – der Uferpromenade am
Rio Paraná, der hier für das feuchte Klima und ein bisschen Beachfeeling sorgt.
Wofür der Fluss auch sorgt ist eine Mückenplage, die ein erstaunliches Ausmaß
annimmt. Die Viecher sind der reinste Horror und drei Tage renne ich bewaffnet
mit dem stärksten Mückenspray herum und es ist mir dabei sch***egal wie sehr
ich nach Chemiekeule müffel. Andere Leute mit weniger Vorsorgemaßnahmen kommen
so locker auf mehrere dutzend Mückenstiche und fiese Schwellungen, nicht wahr
K.? ;-) Erwähnenswerte Vorkommnisse an diesem Tag? Ich werde zum wiederholten
Mal in Südamerika von wildfremden Menschen angesprochen, ob ich mit ihnen ein
Foto machen kann. Ähm, ok. Klar, kein Thema. Also zwei ältere argentinische
Damen rechts und links im Arm und auf den Auslöser gedrückt. Hehe. Im zentralen
Park der Stadt, der schön um einen kleinen See mit Tretbootverleih angelegt
ist, werde ich dann noch im Vorbeigehen von einer Gruppe etwa 15-jähriger
Mädchen mit: „Hi, wie heißt du bei Facebook?“ begrüßt. Das erklärt dann auch
warum einige von euch sich vielleicht über Einladungen ihnen unbekannter
argentinischer User gewundert haben ;-)
Am
Folgetag würden wir gerne auf eine Flussinsel fahren und uns die Strände dort
anschauen – wegen dreier Wolken am Himmel gibt es aber keinen Service und wir
fahren stattdessen nach „La Florida“, ein Sandstrand am Flussufer, 8km nördlich
der Innenstadt. Ich find’s dort irgendwie popelig. Auf der Rückfahrt hält unser
Taxifahrer jedoch am Straßenrand an, um uns Popcorn zu kaufen. Made my day!
Mittlerweile
sitze ich erneut im Bus. Wegen der völlig abgefahrenen Regenfälle der
vergangenen Nacht (das heraneilende Gewitter konnten wir uns eine Zeit lang vom
Hosteldach anschauen – spektakulär!)
musste der Bus gerade durch eine hunderte Meter lange Wasserlache auf
der Autobahn fahren. Neben der Straße stand dann auch ein weiterer Bus, der
scheinbar die Böschung herunter geslidet und nun nicht mehr manövrierfähig ist.
Ich hoffe die Fahrt durch die Pampa (ja, es gibt sie wirklich: „La Pampa“, ein
flacher, öder und von tausenden Kühen bewohnter Landstrich in Argentinien)
endet für mich unversehrt. Im Übrigen bin ich bin nun auch vorerst wieder
alleine unterwegs – Ian reist zurück nach BA und später weiter nach Kanada. Good
luck mate and see you in Cali!
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