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Saturday, March 30, 2013

Nicaragua / Honduras / El Salvador


Nicaragua:
San Juan del Sur
Gemeinsam mit Tobi, Rene und einer kanadischen Crew reisen wir am Morgen gemeinsam zur Grenze Costa Ricas mit seinem nördlichen Nachbarn. Nicaragua gilt als das ärmste Land Zentralamerikas und einen Eindruck davon bekommen wir an der Grenze: die Preise fallen drastisch und da es bereits dämmert nutzen wir die Gelegenheit im Duty Free Shop den vielgelobten Rum Flor de Caña günstig zu erstehen. Er kommt in verschiedenen Jahrgängen von 4 bis 18 Jahren Lagerung. Wir entscheiden uns für die 5 Jahre Variante und einer Literflasche zu 8$, Kanada schlägt bei 7 Jahren zu $10 zu. Die Flasche 18 Jahre gereifter Rum wäre hier für  $30 zu haben. Dafür legt man in Deutschland 100€ und mehr auf den Tisch.
Anschließend kaufen wir noch schnell Limetten und setzen uns in den Chicken Bus, in die nächste größere Stadt. Chicken Busse sind ausrangierte US-amerikanische Schulbusse, die hier in neuer Farbgebung (z.B. Graffitis oder sonstige bunte Neugestaltung, aber gerne auch religiöse Botschaften à la „Jesus ist meine Festung“) bis zum Vollversagen ihren Dienst verrichten. Sie sind wesentlich erschwinglicher als die ebenfalls eingesetzten First Class Busse, welche die großen Städte zwischen Panama und Mexiko verbinden. Als Transportmittel der Wahl für die Bevölkerung des Landes sieht man hier allerlei interessante Fahrgäste, u.a. auch gackernde Hühner auf dem Schoß ihrer Besitzer – daher die Namensgebung. Oder man sieht eben als Nicaraguer einen Haufen bleichnasiger Gringos, die zwei Flaschen Rum  auf der einstündigen Fahrt (Fahrpreis etwa $0,25) in sich hineinschütten. So oder so ein interessantes kulturelles Erlebnis für beide Seiten.
In San Juan del Sur finden wir ein schönes Hostel mit Pool und frischen Früchten zum Frühstück (Übernachtung zu $6). Nun ist der Plan am Folgetag Surfen zu gehen, aber wie wir feststellen dauert der Transfer zum  nächsten Strand mit guten Wellen  30-45 Minuten und der ganze Spaß kostet $20 inkl. Board – irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt. So gehen wir eben Joggen, trainieren direkt am Ozean Steinweitwurf mit 25kg Brocken zur Belustigung der sich sonnenden nicaraguanischen Familie nebenan und schauen uns Bayerns 3:1 Demontage der Mannen aus London in einer Strandbar an. Ich freue mich über das Essen, das zunehmend mexikanischer wird und im Gegensatz zum öden Reis, Reis, Reis könnte ich mich wochenlang von Tacos, Burritos, Tortas etc. pp ernähren. Muss ich ja die kommenden Wochen auch – juchhe!


Palm tree shadow
Main plaza. San Juan del Sur
Isla Ometepe
Das Erscheinungsbild der Insel Ometepe wird optisch durch die zwei Vulkane Concepción und Maderas dominiert. Der Grund meines Besuches hier ist die Besteigung eines dieser beiden Vulkane und so buche ich über mein Hostel (Little Morgan’s – die Dorms sind lässig im Baumhaus untergebracht) einen Guide für ein paar Dollar. Früh am nächsten Morgen um 5 Uhr machen Tobi, Rene (die zwischenzeitlich auch hierher gefunden haben) und ich uns auf den Weg. Der Aufstieg ist beschwerlich und auf der Vulkanspitze thront ein weißer Wolkenring, wie nach Aussage der Insulaner sehr häufig dort zu sehen ist. Der Hike führt uns von 200m ü.NN. auf 1650m, oben ist es bewölkt, extrem windig und feucht. Wir schießen ein miserables Gruppenfoto am Krater und steigen wieder herunter, wo wir beim Durchbrechen der Wolkenschicht eine wunderbare Aussicht auf die Insel und den Schwestervulkan haben. Nach knapp 9 Stunden kommen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour an. Erschöpft aber zufrieden.
Gipfelstürmer
The four musketeers
Volcán Concepción
León
Mit Susanne, die ich zuvor in Bocas del Toro zuerst getroffen hatte fahre ich für ein paar Tage nach León, ein nettes Städtchen im Norden Nicaraguas mit bruchhaften, aber charmanten Kolonialbauten. 
Old church
León means "lion" in Spanish
Volcanoes in the background
Ball court
Mit Quetzaltrekkers (Non-Profit Organisation, die ihre kompletten Einnahmen Hilfsprojekten für nicaraguanische Kids zukommen lässt) machen wir eine Vulkanboarding-Tour. Der Cerro Negro ist relativ kürzlich (in 1999) ausgebrochen und vor ein paar Jahren kam der Besitzer eines örtlichen Hostels auf die Idee man könne ja die Vulkanasche auf einem präparierten Holzbrett herunterboarden. Sein eigener Speed-Rekord liegt bei 95km/h. Völlig irre, aber natürlich lasse ich mich nicht zweimal bitten den Schwachsinn mitzumachen, zumal diese Aktivität sogar einen der Podiumsplätze in einer CNN-Liste der Top 50 Adrenalinräusche weltweit belegt. Die 1. Abfahrt auf der heißen Asche ist semicool. Mein Board kommt nicht so recht in Schwung. Irgendwann mache ich es wie beim Sandboarden und stehe einfach auf und fahre den Rest im Stehen – unwesentlich schneller. Beim zweiten Versuch lasse ich das Board gleich unten, jogge erneut etwa 20 Minuten bis zum Abfahrtspunkt hinauf und renne dieses Mal einfach den Steilhang herunter. Teilweise befinde ich mich dabei halb springend 2m über dem Boden und komme so auf eine angsteinflößende Geschwindigkeit. Am Ende geht alles gut und in weniger als 2 Minuten bin ich unten. Das war schon wesentlich besser!

Up!

Crater

Boarding crew
Steep downhill fun
Let's do this
Honduras:
San Pedro Sula
Mit dem Ticabus (Panama bis Mexiko) fahre ich am frühen Morgen nach Tegucigalpa, der Hauptstadt Honduras. Mein ursprünglicher Plan an dieser Stelle ist zu couchsurfen, ich habe auch bereits meinen Kurzaufenthalt in einem kleinen verschlafenen Nest ein Stunde nördlich von Tegus vor meiner Ankunft organisiert. Als mich der Local-Bus hier absetzt ist es etwa 14 Uhr. Das Nest ist so verschlafen, das ich zunächst relativ oreintierungslos die nächste Tankstelle ansteuere und dort bietet sich mir folgender Anblick: drei junge, blonde (offensichtlich nicht honduranische) Mädels sitzen auf der Ladefläche eines Pick-up Trucks. Ich werde kurz darauf vom Fahrer selbigen Trucks auf Englisch gefragt wo ich hin wolle. Kurz darauf unterhalten wir uns dann auch auf Deutsch, da der nette Honduraner Mario unsere Sprache zum Spaß gelernt hat. Das Ziel der lustigen Reisetruppe ist San Pedro Sula, gefährlichste Stadt der Welt (höchste Mordrate per Einwohner), ob ich mitkommen wolle. Ein kurzer Anruf bei meinem Couchsurfer, eine halbgelogene Absage und schon sitze ich ebenfalls auf der Ladefläche und chille mit den Mädels (2x Deutschland und einmal Russland) gen Sonnenuntergang während uns Mario sicher nach San Pedro bringt .. wir verbringen eine Nacht im Hostel, und um die erste Fähre am Morgen zu erwischen brechen wir um 4 Uhr wieder auf, Ziel: einmal mehr die Karibikküste, die Bay Islands rufen…


Hitchhiking cross-country in Honduras
Útila, Islas de la bahía (The bay Islands)
Auf diesem von der Garifuna-Kultur geprägten Eiland spricht man Englisch bzw. Creole, wie auch in weiteren Teilen der Karibik, z.B. Jamaika (been there, done that) & Belize (soon to come). Auf Útila möchte ich meinen Tauchschein machen, nachdem mir am Dock 15 Flyer unter die Nase gewedelt werden entscheide ich mich nach ein wenig Window-Shopping für Underwater Vision, einen mit 5/5 Sternen akkreditierten Dive-Shop, der höchste internationale Standards erfüllt und mit höchstens 6 Monate altem Equipment sowie erfahrenen Tauchlehrern aus aller Welt auffährt. Die Lizenz als PADI Open Water Diver (Freiwasser-Taucher, berechtigt zum wletweiten Tauchen mit einem Partner bis zu einer Tiefe von 18m) kostet hier $268 (~200€). Zum Vergleich: in Deutschland kostet dieser Tauchschein um die 400€ und somit gut das doppelte. Meine Tauchlehrerin Els aus Holland führt uns zumächst in einer confined session  vor dem Dock in die Tauchskills ein und dazu gibt es immer mal wieder etwas Theorie in Videos und aus dem Buch. Am nächsten Tag folgen die ersten Tauchgänge und mehr Theorie. Ich bin hin und weg. Wer noch nie tauchen war, kann es vermutlich schwer nachvollziehen wie es ist in der Tiefe eine Moräne beim Jagen zu beobachten, am Korallenriff Baracudas, Hummern und Papageifischen zu folgen und einen Oktopus beim Eingraben in den Sandboden über die Schulter zu schauen. Ich habe meinen neuen Lieblingssport (ok, nach Fuppes) gefunden. Nach einem semi-schweren Test, den ich – trotz konstanter Lernresistenz – mit 98% als Klassenprimus abschließe (so viel Schulterklopfen darf erlaubt sein) bin ich zertifizierter Taucher und feiere gebührend mit den neugewonnenen Freunden. Eine Institution auf der Insel für Tauchfrischlinge ist die Guiffity Challenge, bei welcher es gilt 4 gut gefüllte Shotgläser eines zuvor wochenlang in verschiedenen Kräutern eingelegten, böse schmeckenden Rums in kurzer Zeit einzuatmen. Dafür gibt es dann ein tolles T-Shirt und später Koordinationsschwierigkeiten umsonst. Außerdem gibt es hier noch die Treetanic, die als eine der „Greatest bars of the world“ gelistet wird. Der Besitzer hier hat scheinbar Unmengen Zeit damit verbracht, das ganze Gelände mit Muscheln, Murmeln, Bling Bling etc. auszustatten. Die ganze Bar sieht aus wie ein großes, buntes Korallenriff. Einen Abend wurden neue Tauchlehrer im Dive-Shop „vereidigt“. Zu diesem Anlass wurde eine ABC-Party (Anything But Clothes) als Motto ausgerufen. Ich war Cesar! 
When in Rome!
Mit meinem neuen israelischem Freund Merlin habe ich keine Sekunde gezweifelt den Folgekurs Advanced Open Water Diver zu belegen, zumal es einen netten Preisnachlass gab und die Tauchgänge spektakulär schienen: Navigationstauchen, Nachttauchgang, Wracktauchen, Deep Diving (33m für mich) und Peak Performance Buyoancy. Bei letzterem lernt man mit seiner Lunge den Schwebezustand unter Wasser zu kontrollieren. Schon einmal einen Kopfstand ohne Bodenberührung 25m unter Wasser in einem Fischschwarm gemacht und die Position mehrere Sekunden gehalten? Willkommen in meiner neuen wunderbaren Tauchwelt.

Die verbleibende Zeit auf der Insel haben wir mit unseren kostenlosen Fundives (je zwei für das belegen der Kurse) verbracht. Tauchgänge bis dato: 12 – diving rocks!
Yet another Caribbean sunset
El Salvador:
El Tunco
Nach einem weiteren nächtlichen Kurzaufenthalt in besagtem Hostel in San Pedro Sula bringt der Bus mich und meine neuen schwedischen Bekanntschaften Michelle und Astrid am Ende eines langen und schwitzigen Tages (36°C) in das Surferparadies El Tunco in El Salvador. Was mache ich hier? Surfen. 2 Tage,  2 Nächte. Morgens früh in die Wellen, mittags die obligatorische CL-Pause im Hostel (Barca-Milan, Bayern-Arsenal, [keine] Schal(k)e 04-Galatasary), nachmittags etwas mehr surfen. Zugegebenermaßen ist El Salvador nicht der sicherste Ort der Welt und bietet neben den freilich guten Wellen keine weiteren herausragenden touristischen Highlights und so entschließe ich mich kurzerhand zur Weiterreise nach Guatemala. Den El Salvador-Stempel in Pass nimmt mir ja jetzt auch keiner mehr weg! ;-)
Girl with bird
Pepsi - For those who think young

Tuesday, March 12, 2013

Panamá & Costa Rica


Kuna Yala / Islas San Blas, Chichimé
Bienvenidos!
Am Morgen nehme ich ein Lancha aus Capurganá und komme nach etwa 30-minütiger (nasser!) Fahrt in Puerto Obaldía an. Diese panamaische Militärbasis hat wenig Einladendes, aber zu meiner Freude bemerke ich im Hafen sofort ein kleines Cargo-Schiff und frage mich welches Ziel es wohl ansteuern mag. 
Did not work
Auch den verschollenen Australier (Anthony) entdecke ich Freundschaftsbändchen produzierend am Strand. 16 Tage hat der Arme hier nun bereits ausgeharrt. Nach der Immigrationskontrolle (bei der jeder Kolumbianer sein komplettes Gepäck vor den Augen stark bewaffneter Militärs komplett ausräumen, durchsuchen lassen und wieder einpacken darf, während ich mit meinem deutschen Pass einen Stempel bekomme und einfach durchgewinkt werde) mag ich nun also das Haus des Kapitäns besagten Schiffes ausfindig machen. Die erste Person auf der Straße weiß direkt, dass er das schönste (gelb gestrichene) und einzige zweistöckige Haus des Dorfes bewohnt. Aha, Cargo machst scheinbar wohlhabend zwischen Kolumbien und Panama. Eine kurze Verhandlungsrunde sichert mir tatsächlich einen Platz auf dem Dampfer. 
Our beloved vessel
Hanging out on the lido deck
Es geht fünf Tage durch das San Blas Archipelago, mit der Möglichkeit hier und da von Deck zu gehen und die bewohnten Inseln der Kuna Yala Indianer zu besichtigen, während die Crew löscht oder belädt. Täglich drei Mahlzeiten (Reis, Reis, Reis) und die Übernachtung nach dem abendlichen Festmachen findet wahlweise auf einer versifften Matratze (in diesem Moment bin ich sehr dankbar über meinen kleinen Seidenschlafsack und mein Reisekissen) oder in der Hängematte unter Deck statt. Für $100 (der Dollar ist die offizielle Währung des Landes – auch wenn er hier Balboa heißt) scheint mir das ein super Deal. Und tatsächlich, diese Reise werde ich rückwirkend nie vergessen. Definitiv eines der kulturell spannendsten Erlebnisse meines Trips. Neben den kolumbianischen Kapitän, Steuermann und 1. Maat besteht der Rest der Matrosen aus Kuna Yalas, Vertreter eines stolzen indigenen Völkchens, dass die 365 (für jeden Tag eine) San Blas Inseln vor der Küste Panamas bewohnt, seine eigene Sprache und Traditionen nach einem kurzen Krieg gegen die Spanier und Panamaer in den 1930er Jahren weitestgehend konserviert hat und heuer quasi autonomen Status von der Republik Panama genießt. 
Reached tonight's port of call
Kuna Yala revolutionary
We invented this cool game and soon the kids all lined up to be the next one "hanging"
Titanic
Daily routine
Coco loco
The captain's the one with his feet up high
Waste dump = Ocean
Dolphins accompanying the boat
Celebrating Kuna Yala independence month with the Gringo
A girl from the village had her first period and is now considered a grownup - the women celebrate
Während der Seegang zunächst (auf dem ersten Teilstück bis zum Erreichen der südlichsten Inseln) brutal ist und sich mir beinahe der Mageninhalt nach außen stülpt, verbringe ich anschließend den Großteil meiner Zeit oberhalb der Kapitänskajüte und lese ein Buch, lerne Spanisch, sonne mich bis der Arzt kommt oder quatsche mit den jungen Burschen der Crew (die meisten zwischen 13 und 18 Jahre). Geison, der 13-jährige, ist jetzt mein Facebook-Freund. Richtig interessant sind die Landgänge. Die bewohnten Inseln bestechen durch die einfache Bauweise der Holzhütten, die Heldenverehrung der o.g. Kuna Yala Revolution (sie verwenden eine Swastika-Symbolik) und die traditionellen Gewänder der Frauen. Auch das vollkommene Fehlen eines ökologischen Verständnisses macht mich baff. Die Inseln sind eine reine Müllhalde („wir geben alles an das Meer zurück“). Ich führe interessante Gespräche mit den Männern abends beim Billard oder am Tisch in der zumeist einzigen Schänke der Insel; fast immer werde ich nach vorsichtigem Beschnuppern dann zum Rum oder Seco (bäh!) genötigt, bei der ich dann meistens auch irgendwelche wichtigen Leute der jeweils selbstverwalteten Insel kennenlernen darf (die sich ebenfalls abends dort betrinken): der Bürgermeister, der Nachtwächter des Parkes, der Sohn vom Sohn vom Sohn. Wenn die Bootscrew nicht selbst hier ausharrt ist sie auf dem Schiff, wo wir uns nach Einbruch der Dunkelheit meistens ein paar Filme anschauen (sofern es nicht zum Billardspielen mit dem Bürgermeister geht). Ein Deutscher (Lars, du alter Haudegen!), den wir am 2.Reisetag im Ozean aufgabeln hat Django Unchained dabei – Christoph Waltz rockt! Um 6 Uhr morgens legen wir zumeist ab und schippern weiteren Inseln entgegen. Da es auf unbewohnten Trauminseln kein Cargogeschäft zu tätigen gibt, wird dort auch nicht festgemacht. So sehen wir diese schier unglaublichen Tropenparadiese (eine Insel mit einer einzigen Palme – ich raste aus!) nur aus der Ferne beim vorbeinavigieren. Lars und ich fassen den Entschluss uns am letzten Tag der Kreuzfahrt auf der Insel Carti (eine kurze Bootsfahrt von der Straßenanbindung nach Panama Stadt entfernt) von der Belegschaft zu verabschieden und eben genau eine solche Insel aufzusuchen. Nachdem wir zuvor bereits den Kuna Yala diesbezüglich auf den Zahn gefühlt haben und Chchimé der auserkorene Favorit war, nehmen wir für $15 ein 45-minütges (sagte ich bereits nasses?) Lancha dorthin.
Beautiful Chichimé
Chichimé continued
A sea shell
Willkommen im Paradies. Dieses mittelgroße Eiland (vielleicht 300x300m – in 15 Minuten komplett umrundet) wird von exakt 3 (!!) Familien bewohnt. Bei einer dieser lassen wir uns für 3 Tage und 2 Nächte nieder ($20 inkl. dreier Mahlzeiten). Mein Aktionsradius hier kann als überschaubar tituliert werden. Während abends einige Segler (für $600) auf ihrem Trip von oder nach Kolumbien hier haltmachen und man beim Lagerfeuer Reisegeschichten austauscht sind die Tage ebenfalls nicht von allzu großen Anstrengungen geprägt: Sonne, Buch, Langusten mit Kuna Yala Papa fangen und ins kochende Wasser werfen und mit den Kuna Yala Kids Sandburgen und Staudämme bauen während die Hummer gar werden. Fünf Kinder gibt es übrigens bei dieser Familie, von 4 bis 11 Jahre, die Mama ist auch schon 25. Ein Schnorchelausflug zu einer Nachbarinsel steht dann auch noch auf der Agenda. Dort schnorcheln wir an einem Schiffswrack herum und mein Entschluss steht, dass auch in 30m Tiefe zu können. Ich habe gehört Honduras besäße klasse Tauchgebiete…?
The lonely island
The not so lonely island
We ate these
This one we did not eat
Ciudad Panamá
Die Kuna Yala sind tüchtige Geschäftsleute und so verwundert es auch nicht, dass sie für die zweieinhalbstündige Fahrt im 4x4 nach Panama Stadt $25 verlangen. Es ist Sonntag und ein kurzer Fußmarsch bringt uns an die Hauptstraße die von panamaischen Wochenendreisenden in ihren SUVs frequentiert wird. Kurz den Daumen rausgehalten und schon werden Lars und ich auf zwei Autos verteilt über die extrem hügeligen Straßen nach Panama kutschiert – umsonst versteht sich. Die Leute im Auto sprechen fließend Englisch, kleiden sich westlich, sind gebildet und repräsentieren einen anderen Teil des Landes – den amerikanisierten. Der Einfluss, den die USA durch den Bau und Betrieb des Panama-Kanals von Beginn des 20. Jhdt. bis in die 80er Jahre unter Reagan hier ausübten, ist unverkennbar. Panama City trägt den Beinamen Little Miami  und eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht bestreiten (obwohl ich Miami dreckiger in Erinnerung habe – abgesehen von South Beach). Ich lasse mich in Casco Viejo nieder, dem historischen Kerns Panamas, wo momentan die vielen Baustellen und der Lärm der Renovierungsarbeiten das Stadtbild prägen – die Preise sind hier auch steiler als in den meisten lateinamerikanischen Ländern, ich zahle $12 für ein Bett im 8-er Schlafsaal.
Panama City
Viel Zeit verwende ich auf eine Menge logistischer Erledigungen: das erste Mal Internet nach 10 Tagen, ein Apple Store, der mir nicht weiterhelfen kann (wieso funktioniert mein Wifi auf dem iPhone nicht mehr, kennt sich da jemand aus? Ich habe restored, resetted und rekalibriert, das Problem bleibt bestehen – ich vermute ich benötige eine neue Wifi-Antenne und muss bis dahin auf die 3G Netze Zentralamerikas setzen) und ein Paket dicker Kleidung (Alpacca-Pullis, Mützen, Ponchos etc.) zum Versand nach Deutschland ($40 für 3kg und letztlich 3 Wochen Lieferzeit).
Das kleine Highlight meines kurzen Besuchs in der Stadt bleibt jedoch der Tagesausflug an besagten Kanal. Die Tanker, die hier binnen ca. 20-30 Stunden die 80 km von Pazifik zu Atlantik und umgekehrt queren, sind massiv. Es gibt ein nettes Museum zur Geschichte und Bedeutung des Kanals, einen patriotischen Film über die eigenverantwortliche Kontrolle durch Panama seit dem 31.12.1999 und eine Aussichtsplattform auf der sich vornehmlich Amerikaner Chips, Hot Dogs und Cola reinziehen, während eine Dame über die Außenlautsprecher Einzelheiten über das sich gerade in den Schleusen befindliche Schiff und den Fortschritt des Schleusvorgangs preisgibt. Die Besatzung winkt brav von den Schiffen, der Chips und Cola verzehrende Amerikaner ist glücklich.
1
2
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Me just before shaving
Bocas del Toro
Eine unbequeme Nachtbusfahrt bringt mich in den nördlichen Teil des Landes, nach einer weiteren einstündigen Bootsfahrt erreiche ich Bocas del Toro auf der Isla Colón. Ich habe bereits zuvor mit der viel gepreisten und legendären Aqua Lounge Kontakt aufgenommen und mir ein Bett hier gesichert. Dieses Hostel ist in 15 Sekunden für $1 von Bocas  zu erreichen, die Wassertaxis fahren den ganzen Tag und die ganze Nacht und bringen das erlauchte Backpacker-Völkchen zu ihrer Spielwiese. Komplett in/an das Wasser gebaut, mit kleinem Außenpool, Schaukel, Trampolin etc. und einer Bar die um 11 Uhr morgens öffnet und dann auch bereits frequentiert wird sowie Beer-Pong Tische an denen legendäre Duelle mit meinen argentinischen Freunden folgen sollten („Che, boooooludo!“). Mir schwant, was dort auf mich zukommt. Meine Tagesaktivitäten beschränken sich auf das Besuchen von Stränden, Faulenzen und nächtlichem Feiern in der eigens für den Karneval eingerichteten Casa Animal, wo der DJ aus Treibgasdosen Feuer von der Bühne sprüht und die chilenischen Mädchen aus dem Hostel sich den Beinamen Cage-Girls mit einer sagenhaften Performance im Käfig und an der Stange wahrhaft verdienen. Einmal fahre ich 40km mit dem Rad nach Bocas del Drago auf die andere Seite der Insel, chille eine Stunde am Strand, den ich für mich alleine habe und fahre dann wieder zurück. Als ich im Dorf ankomme laufen mir ein Haufen als Hühner verkleideter Inselbewohner über den Weg – ach, es ist ja Karneval. Dieses Spektakel lässt sich auch die folgenden Tage in den Straßen beobachten, die Jungs treiben mit Peitschen und überdimensionierten Monsterköpfen ihr Unwesen im Hühnerkostüm.
Aqua Lounge
The carnaval chicken boys
In der Aqua Lounge habe ich mir die letzten zwei Tage einen Namen gemacht und so werde ich am dritten Morgen von Carrie geweckt: „Hey, I need you out of this room asap, you’re moving to staff room. We need a promoter, consider yourself hired.“ Der Deal könnte schlechter sein. Ich bekomme fortan freie Unterkunft, zwei freie Mahlzeiten und meinen gesamten Verzehr an der Bar umsonst. Dafür bin ich täglich zwei Stunden in Bocas unterwegs, spreche Mädels und Jungs auf der Straße und in den Hostels an, wahlweise auf Englisch, Spanisch, Deutsch (was 99% der vertretenen Sprachen abdeckt), verteile Flyer und lade zu unseren Events ein. Das wären Ladies Night am Mittwoch und Samstag (Frauen trinken zwei Stunden umsonst und alle ticken aus, vor allem wenn es regnet), Open Mic am Montag und Freitag (quasi Karaoke mit Gitarrenbegleitung und anschließende freie Jam Session). Außerdem darf ich das wöchentliche Beer-Pong Turnier organisieren und moderieren und abends bei Bedarf an der Bar aushelfen. Nach 10 Tagen kündige ich – ich sehe wenig Zukunft in diesem Job, meine Aufstiegschancen sind beschränkt und meine Gesundheit ist auf Dauer gefährdet. Flucht nach Costa Rica. 
Beer pong tournament
Girls from Chile
I found this to be a nice motive when I went for a run
Costa Rica:
San José
I particularly like it when you cross a bridge and on the other end you get to a different country
Die Hauptstadt des teuren Costa Ricas ist nur Durchgangsstation auf dem Weg ins wesentlich günstigere Nicaragua und so verbringe ich zwei sehr unspektakuläre Tage in einem teuren ($14), aber modernen Hostel, treffe Tobi und Rene und erhalte von den beiden rheinländischen Pharmakologen einen Grundkurs in der Kunst des Bierpressens und Schopenhauers Aphorismen zur Lebensweisheit. Ihr seid klasse Jungs, habt ihr Lust mit nach Nicaragua zu kommen? Ok, let’s go!
A church
At least the Imperial tasted good